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Gott, der machtvoll uns die Vollmacht seiner Güte und Barmherzigkeit geschenkt

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, der machtvoll uns die Vollmacht seiner Güte und Barmherzigkeit geschenkt, und in überwältigender, sprachlosmachender Großzügigkeit seine Liebe über uns ausgegossen hat, nicht um uns zu beschämen, sondern uns in seinen Dienst zu nehmen, damit wir die Welt, dort wo wir gerade sind, ein stückweit besser, schöner, liebens- und lebenswerter machen, segne uns und nehme uns die Angst vor ihm zu versagen.

Er mache uns bewusst, dass er keine Bedingungen an das Geschenk seiner Liebe geknüpft hat, nur eine Aufgabe, nämlich sie zu leben und so weiter zu geben, wie wir sie erhalten haben: unbedingt und bedingungslos, großzügig und auch verschwenderisch.

Er lasse uns erkennen, dass wir damit nicht „knausern“ müssen oder kleinlich zu sein brauchen, denn sie wird nicht weniger, im Gegenteil, sie vermehrt sich in dem Maß, wie wir sie vorleben und ausleben, wie wir sie geben und empfangen, wie wir ihr Platz in unserem Herzen einräumen und Raum geben, sich zu entfalten.

Er lasse uns begreifen, dass er uns damit nicht überfordern oder belasten will, sondern herausfordern möchte, damit wir wachsen und reifen, werden, was wir sind, seine geliebten Kinder, ohne Wenn und Aber!

Er mache uns bereit, uns von ihm in Dienst nehmen und aussenden zu lassen, um der Welt seine frohe und froh machende Botschaft vom Heil zu verkünden, und Zeugnis für seine liebevolle Nähe und Gegenwart abzulegen.

Er segne uns, damit wir als neue Menschen leben, denn sein Segen ist heilsame Arznei für unsere Seele und Motivation für Werke der Liebe, deshalb lasse er seinen Segen aufleuchten auf unserem Weg durch diesen, und jeden neuen Tag.

Er segne uns, sei mitten unter uns, wo Traurigkeit die Herzen betrübt, lasse die Sanftmut seines Geistes jeden Zorn und Zweifel stillen, und gebe, dass sein Segen unseren Kleinglauben in kindliches Vertrauen wandelt.

Er segne uns, stärke unseren oft viel zu schwachen Glauben, mehre unsere oft zu geringe Hoffnung, lasse unser oft viel zu kleines Vertrauen wachsen, und nähre die oft viel zu schwächelnde Flamme seiner Liebe in unserem Herzen, mit dem Feuer seines Geistes, damit sie wieder entbrennt, uns zu Feuer und Flamme macht, zum Segen für diese Welt.

Allen Freunden, einen gesegneten elften Sonntag im Jahreskreis (zweiter Sonntag nach Pfingsten, erster Sonntag nach Trinitatis)!

+Bischof Oliver Gehringer

Der Philosoph Seneca, ein Zeitgenosse des Paulus

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Bischof Oliver Gehringer

Der Philosoph Seneca, ein Zeitgenosse des Paulus, vertritt in puncto Freundschaft und Liebe ein hohes Ideal: „Wozu erwerbe ich einen Freund? Um jemanden zu haben, für den ich sterben könnte, um jemanden zu haben, dem ich ins Exil folgen könnte, dessen Tod ich mich entgegenstellen und ihn verhindern könnte!“. Was Seneca über die Liebe und Freundschaft unter Menschen sagt, wird bei Paulus, der die Freundschaft und Liebe Gottes zu den Menschen beschreiben will, noch einmal um ein gutes Stück überboten. Gott setzt nämlich schon da an, wo die Menschen gar nicht an ihn denken, (noch) nicht an ihn glauben, ihn sogar ablehnen und oft so gar nichts Liebenswertes an sich haben. Diese Liebe ist so maßlos, dass Gott seinen eigenen Sohn für die Menschen hingegeben hat, damit sie Versöhnung und Leben haben, begreifen wie groß und endlos seine Liebe ist und wie sehr er sich auch die Rettung aller wünscht. Diese Erfahrung soll die Gegenwart erfüllen, die dadurch zu einer Zeit des Glücks, der Freude und der Fröhlichkeit wird. Wer sich auf Gottes Liebe einlassen kann (und will), seine Freundschaft annimmt und sie aufrecht hält, der wird mit ihm viel erleben. Wer sich ganz auf Gott einlassen kann (und will), der bekommt nicht nur seine permanente Nähe in seiner eigenen Gegenwart zu spüren, sondern erfährt auf besondere Weise seine Güte und Barmherzigkeit in vielen seiner Lebenssituationen, der fühlt Geborgenheit, Annahme und eine neue Würde Mensch zu sein. Wer zulassen kann (und will), dass Gott in und durch ihn wirkt, der hat in dieser Welt eine Sendung und einen Auftrag erhalten, eine Aufgabe für das Jetzt und für die Zukunft der Welt. An Gott wird es nicht liegen, wenn einige diese Würde und diesen Sendeauftrag zunehmend als Bürde und Last empfinden werden und ganz eigene Wege erproben wollen. Doch auch auf fernen Wegen wird er sie begleiten und dafür sorgen, dass sie beim Leben bleiben. Auch wir haben einen Auftrag, eine Sendung, eine Aufgabe empfangen, und haben dafür den Geist erhalten, der uns zu Kindern Gottes macht, zu seinen „Freunden“, zu einem Teil seiner großen Familie. Es liegt nun an uns, wie wir damit umgehen, ob und wie wir uns dessen bewusst werden, und wie wir seinen Auftrag umsetzen wollen und können! Er ist bei uns, alle Tage, bis ans Ende der Zeit! Darauf dürfen wir uns getrost verlassen! (BOG)

Gott, der uns in Christus nicht nur Versöhnung und Erlösung geschenkt hat

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, der uns in Christus nicht nur Versöhnung und Erlösung geschenkt hat, sondern uns auch zu seiner neuen Schöpfung gemacht hat, damit wir frei und unbelastet das Leben in seiner ganzen Fülle wiederentdecken, die Wahrheit leben und in der Liebe bleiben, um einen neuen Weg hin zu unserer Vollendung zu gehen, segne uns und lasse uns in ihm neu werden.

Er mache uns bewusst, dass er uns immer wieder die Chance einräumt, uns vor unseren inneren Spiegel zu stellen und uns ganz konkret anzuschauen, nicht aus Eitelkeit oder Selbstverliebtheit, sondern um unser Leben zu betrachten, wie es bisher verlaufen ist.

Er lasse uns erkennen, dass alles, was wir zu sehen bekommen, unser Leben bis jetzt darstellt, das viele Gute und Gerade, aber auch was alles schief und krumm geworden ist, was bleiben kann und was verändert gehört und einer Erneuerung bedarf.

Er lasse uns begreifen, dass nicht alles, was in uns unklar und trüb geworden, oder falsch gelaufen ist, aus Bosheit oder absichtlich geschehen ist, sondern vielmehr aus Nachlässigkeit und Bequemlichkeit, und auch aus Sturheit und Uneinsichtigkeit.

Er mache uns bereit, anders zu leben, aufrecht, gerade, ehrlich, klar, authentisch, zu uns selbst, zu anderen und auch vor ihm, denn er will uns den aufrechten Gang lehren, damit wir wirklich ganz neu werden, zu ganz neuen Geschöpfen seiner neuen Schöpfung.

Er segne und bewahre uns, denn wo sein Segen ist, blüht Leben auf, wo sein Segen Menschen bewegt, wird Frieden möglich, und wo Gesegnete zusammenstehen, sind Hass und Gewalt machtlos.

Er segne uns, sein Friede ziehe segensreich in unsere Häuser ein, seine Wahrheit erleuchte segnend unsere Sinne, und seine Güte sei schützender Segen für unsere Familien.

Er segne uns, stärke unseren Glauben, mehre unsere Hoffnung, lasse unser Vertrauen wachsen, mache uns bereit auf sein Wort zu hören, und nähre die Flamme seiner Liebe in unserem Herzen, durch das Feuer seines Geistes, damit wir auch selbst zum Segen werden.

Allen Freunden, ein gesegnetes Wochenende, am Samstag der zehnten Woche im Jahreskreis!

+Bischof Oliver Gehringer

Im Neuen Bund findet der Alte seine Erfüllung und sein Ziel.

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Bischof Oliver Gehringer

Im Neuen Bund findet der Alte seine Erfüllung und sein Ziel. Aber nicht nur der Alte Bund ist überholt: die Schöpfung selbst ist anders geworden, seit Jesus, „für alle“ gestorben ist; „von jetzt an“ ist die Welt nicht mehr die Alte, sondern eine neue Schöpfung. „Einer für alle, alle für einen“ – dieses geflügelte Wort drängt sich nach der Lektüre dieses theologischen Textes unwillkürlich auf. Alles im Brief des Apostels Paulus an die Korinther atmet eine neue Frische, Aufbruch und Dankbarkeit. „Das Alte ist vergangen, und Neues ist geworden!“ Ja, so ist es! Man fühlt sich als „neue Schöpfung“, wie neu gemacht, befreit und losgelöst. Alle Altlasten sind getilgt – der Mensch ist wieder frei! Denn in Christus hat Gott die Welt mit sich versöhnt. Wer jetzt lebt, kann nicht mehr für sich leben: „die Liebe Christi drängt einem“. Gott hat unter den Menschen das Wort der Versöhnung aufgerichtet und es zum Auftrag für jeden gemacht. Durch das Wort der Versöhnung, das den Aposteln, den Jüngern, also auch uns, aufgegeben ist, geschieht fortwährend neue Schöpfung mitten in dieser alten vergehenden Welt. Das Evangelium von der Versöhnung durch die Liebe Gottes in Jesus Christus, ist das neue Schöpfungswort, auf das hin schon das Wort der ersten Schöpfung gesprochen war. Das gilt es weiterzusagen, unter die Leute zu bringen, zu verbreiten und durch Wort und Tat zu verkünden. Das müsste doch zu schaffen sein – auch heute noch. Vielleicht ist das geflügelte Wort vom Anfang dazu ein ganz guter Einstieg: „Einer für alle, alle für einen“. Tun wir, was wir als Geliebte und Versöhnte können, damit die Welt sich zum Guten hin verändert! (BOG)

Gott, der uns fähig macht, seine Wirklichkeit zu erkennen

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, der uns fähig macht, seine Wirklichkeit zu erkennen und uns auf seine Wahrheit einzulassen, der uns mit seiner Liebe entgegenkommt, damit wir lernen, sie in uns wahrzunehmen und anzunehmen, segne uns und lasse seinen Geist in uns wehen und wirken, damit wir Vertrauen fassen und wieder Glauben können.

Er mache uns bewusst, dass seine Wirklichkeit nicht an unserer vorbeigeht, sondern sie mit dem ergänzt, was wir (noch) nicht davon sehen und wahrnehmen können, weil unser Blick noch viel zu sehr auf das Irdische beschränkt ist und wir uns eine Ewigkeit noch nicht vorstellen können.

Er lasse uns erkennen, dass seine Wahrheit unserer Wahrheit zwar weit überlegen ist, weil wir eben nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit sehen, aber er uns durch seinen Geist systematisch in die ganze Wahrheit einführen will, wenn wir ihn auch zulassen wollen und können.

Er lasse uns begreifen, dass seine Liebe zu uns, mit unserer Liebe nicht vergleichbar ist, weil wir uns zu sehr auf einen Ausgleich von Geben und Nehmen konzentrieren, er aber in verschwenderischer Weise seine Liebe über uns ausschüttet, und zwar unbedingt und bedingungslos.

Er mache uns bereit, unsere Vorstellungen von Wahrheit, Wirklichkeit und Liebe nicht als das Maß aller Dinge zu nehmen, sondern zuzulassen, dass es etwas Größeres gibt, auch wenn wir es noch nicht in seiner ganzen Fülle erfassen können, es auch anzunehmen, und uns Schritt für Schritt von ihm führen zu lassen, damit wir in der Erkenntnis wachsen, reifen und Frucht bringen, die letztlich auch bleibt.

Er segne uns, so wie er sein Volk im Alten Bund gesegnet hat, wie er die Jünger Jesu im Geiste gestärkt hat, wie er die Christenheit trotz Schuld und Versagen immer wieder erneuert und gesegnet hat, so führe, sende und trage er uns auch heute in seinem Segen.

Er segne uns, beruhige Zorn, Wut und Traurigkeit in unseren Herzen, gebe der Freude Raum in unseren Sinnen, und sei das versöhnende Wort, das jeden Zwiespalt überwindet.

Er segne uns, erfülle uns mit seinem Geist, stärke dadurch in uns den Glauben an seine unbedingte Liebe, die Hoffnung auf seine endlose Güte, das Vertrauen in seine verzeihende Barmherzigkeit, und nähre die Flamme seiner Liebe in unserem Herzen, damit wir seine Nähe und Gegenwart fühlen, und so selbst zum Segen werden für diese Welt.

Allen Freunden, einen gesegneten Mittwoch, der zehnten Woche im Jahreskreis!

+Bischof Oliver Gehringer

Wo Menschen aus ihrer „Ichbezogenheit“ ausbrechen

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Bischof Oliver Gehringer

Wo Menschen aus ihrer „Ichbezogenheit“ ausbrechen, von ihrer „Selbstverliebtheit“ loslassen, und von ihrem Egoismus ablassen, geschieht nachhaltige Veränderung, ganzheitliche Heilung, und grundlegende Erneuerung. Wo Menschen sich der Liebe öffnen sich auf den anderen ganz einlassen und sich ihm zuwenden, nicht aus purer Berechnung oder um einen Nutzen davon zu haben, sondern einfach von Mensch zu Mensch, wird Gottes Herrlichkeit in der Welt sichtbar und erfahrbar. Wo Menschen sich von Gottes Liebe erfüllt und getragen wissen, ausgesendet sie der Welt nahe zu bringen, als Boten und Zeugen seiner Wahrheit und Wirklichkeit, fühlen sie, welch ein kostbarer Schatz in ihnen freigelegt ist, der sie und andere auf eine besondere Weise reich macht. Die biblische Geschichte berichtet an vielen Stellen davon, und auch Paulus weiß es sehr gut. Er weiß aber auch, in welch „tönernen Gefäßen“ er ihn trägt und wie zerbrechlich diese Gefäße sind. Damit spielt er auf sich selbst und auf seine eigenen Schwächen an. Immer wieder kommt er in Situationen, in denen er sich als bedrängt, ratlos, verfolgt und niedergeworfen erlebt. Aus der Perspektive des christlichen Glaubens jedoch verändert sich diese Sicht und er erfährt sich als nicht erdrückt, nicht verzweifelt, nicht im Stich gelassen und nicht vernichtet, sondern erfüllt, aufgehoben, gestärkt, getragen und aufgerichtet. Der Glaubende weiß, dass alle Bedrängnis nur vorläufig sein kann, weil Gott sie in seiner Liebe überwindet. In der Erfahrung von Mühsal kann sich der Glaubende auch in einer Gemeinschaft mit dem Auferstandenen. Und er darf gewiss sein, dass auch er an der Auferstehung und damit am neuen Leben teilhaben wird. Es muss jedem so gehen, der wirklich und ehrlich von Gottes Liebe erfüllt ist, und Christus predigt. So wird klar, dass der Erfolg allein das Werk Gottes und seiner Liebe ist. In der Verbundenheit mit Christus dient der Bote und Verkünder der frohen und froh machenden Botschaft dem Leben. Nicht die machtvolle Persönlichkeit und die gute Methode sind wichtig, sondern die Ohnmacht im Bewusstsein, dass die eigene Kraft nicht ausreicht, sondern nur Gottes Liebeskraft wirklich wirkt. Wo wir aus unserer Ichbezogenheit, Selbstverliebtheit und unserem Egoismus ausbrechen, da wirkt Gottes Liebe und zeigt sich im lebendigen Glauben und gelebter Hoffnung! (BOG)

Auf dem Weg durch die Wüsten des Lebens

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Bischof Oliver Gehringer

Auf dem Weg durch die Wüsten des Lebens, hat der Mensch Erfahrungen gemacht und Erkenntnisse gewonnen, die auch für seinen weiteren Weg gültig bleiben. Vor allem die Erfahrung seiner Abhängigkeit von Gottes Liebe und Barmherzigkeit hat sich prägend ausgewirkt. Seine Omnipräsenz in allem was lebt, ist das Zeichen der sorgenden Liebe Gottes für seine Schöpfung und alle seine Geschöpfe, aber nicht um zu kontrollieren, sondern um die geschenkte Freiheit immer wieder in Erinnerung zu rufen. Diese zwei Worte: „Erinnere dich!“ durchziehen die weltliche und biblische Geschichte des Menschen wie einen „roten Faden“. Damit ist aber auch keinen Fall ein nostalgisches Verklären einer gemeinsamen Vergangenheit gemeint, auch kein verstecktes Drohen mit möglichen Strafen. Es geht schlicht darum, den Blick auf die Realitäten der Vergangenheit zu schärfen, um die Zukunft zu gewinnen. Zu diesen Realitäten gehört, dass Gott einem das Leben im Vollsinn erst ermöglicht, indem er die Freiheit eröffnet und auch für die Bedürfnisse des Leibes und der Seele Sorge trägt. Nichts wäre verkehrter und lebenshinderlicher, wenn man nur sich selbst als Garanten und Macher des (eigenen) Lebens hielte. „Erinnere dich“ das wird einem Volk gesagt, das in der Situation des Wohlstandes vergessen möchte, wie sehr es auf Gott angewiesen ist. Paulus macht deutlich: Für uns hat Gott in Jesus sich selbst, seinen Leib und sein Blut hingegeben. Und nur in der Gemeinschaft mit ihm finden wir die Vergebung unserer Verfehlungen und wir finden unser endgültiges Heil. All dies können wir uns nicht selber geben. Wir sind zutiefst darauf angewiesen, dass Gott uns die Möglichkeit anbietet, neue, verwandelte Menschen zu werden. Die Teilhabe am Leib und Blut Christi zielt letztlich auch auf die Stabilisierung unserer Identität als Christen. Wir haben ja auch noch Gottes Geist erhalten, der uns nicht nur führen und leiten, sondern auch belehren und erinnern will, damit wir niemals vergessen, worauf wir unsere ganze Hoffnung setzen! (BOG)