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Nicht die Beobachtung und strickte Befolgung des Gesetzes rettet den Menschen

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Bischof Oliver Gehringer

Nicht die Beobachtung und strickte Befolgung des Gesetzes rettet den Menschen, sondern der Glaube und die Liebe Gottes, wie sie in Christus sichtbar und erkennbar geworden ist. Diese grundsätzliche Entscheidung war den Jüngern nach den Reden des Petrus und des Jakobus klar, aber sie musste auch den Christengemeinden mitgeteilt werden, und eigentlich hat sie bis heute nichts an ihrer Gültigkeit verloren. Eigentlich! Die Formulierung: „denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen“ klingt nicht danach, und entlockt einem doch ein kleines Schmunzeln. Sie zeugt auf jeden Fall nicht von einem geringen Selbstwertgefühl der verantwortlichen Apostel und Ältesten. Schließlich geht es auch darum, den errungenen Kompromiss mit der nötigen Autorität auszustatten, damit er von allen angenommen werden kann. Wenn man sich vor Augen führt, dass es damals genauso wie heute sicherlich viel Mühe und Überzeugungskraft gekostet hat, einen gangbaren Weg aus dem Konflikt zu finden, sodass keine Seite sich übervorteilt fühlt, leuchtet es aber auch ein, dass eine unabhängige und übergeordnete Instanz hinzugezogen wird. Nur sie kann in der Lage sein, alle Konfliktparteien an einen Tisch zu bekommen und eine gemeinsame Einigung zu finden. Für Glaubende ist diese Instanz der Geist Gottes, von dem sie überzeugt sind, dass er in der Welt wirkt. „Der Heilige Geist und wir“, das ist die Kirche, das Volk Gottes, nicht die Institution. Denn die Institution „Kirche“ lebt nicht aus eigenem Recht und eigenem Machtanspruch, sondern aus der Kraft des Heiligen Geistes. Es geht um die Einheit der Kirche, und was im Augenblick noch nicht klar gesagt und angeordnet werden kann, das soll man getrost der weiteren Entwicklung und der Führung des Heiligen Geistes überlassen. Die „Kirche“ und wir, wären auch heute gut beraten, den Heiligen Geist (wieder mehr) wirken zu lassen! (BOG)

Bei dir, Herr, bin ich geborgen

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Der König David wusste genau, wer ihn aus aller Not erretten konnte, darum betete er auch glaubensvoll zu ihm,.

Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit.

Psalm 31,1

Bei dir, Herr, bin ich geborgen,
lass mich niemals zuschanden werden,
Gott wird für seine Kinder sorgen,
so wie der Hirte für die Herden.

Frage: Im Bibelwort: zuschanden, – oben spüren wir etwas von Schande. Wer sündigt, oftmals ganz im Versteckten, muss erleben, dass schlussendlich doch alles ans Licht kommt. Gibt es ein Mittel dagegen?

Vorschlag: Ja. Flüchte dich zu Jesus! Vor ihm kannst du nichts verheimlichen. Bekenne ihm deinen verborgenen Unrat der Sünde, der dein Gewissen belastet und der dich am Ende in das höllische Feuer bringen wird. Sage Jesus, dass es dir leid tut und dass du den Rest deines Lebens seinen Willen tun willst. Dann danke ihm für seine Hilfe, suche Gemeinschaft mit anderen Gotteskindern und erzähle es weiter, was der Herr für dich getan hat.

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Petrus ist eine höchst interessante Persönlichkeit.

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Bischof Oliver Gehringer

Als einer der engsten Freunde Jesu ist er hautnah am Geschehen um seinen Meister dabei, er verspricht Treue in den höchsten Tönen, er wird später trotzdem wanken und die Freundschaft verraten und Jesus verleugnen. Sein Versagen macht ihm zu schaffen und es bedarf auch einer gewissen Zeit, bis er die Botschaft, dass Jesus von den Toten auferweckt ist, in seinem Herzen aufnehmen kann. Trotz all dieser menschlichen Schwächen wird ihm sehr schnell in der Jerusalemer Urgemeinde eine führende Rolle anvertraut, an der er wächst. Er wird endlich auch zu jenem Felsen, auf dem die Kirche Jesu aufgebaut werden soll. Er nimmt eindeutig Stellung für die Heidenmission ohne Auflagen für die Gläubigen. Aus seiner eignen Biografie weiß er, dass letztlich allein Gott durch seine Gnade und Güte rettet, die menschlichen Werke, auch das penibelste Einhalten aller Gesetzmäßigkeiten, werden dazu nie genügen können. Vom Vertrauen des Petrus in den guten, barmherzigen Gott, der über unsere Schwächen und Fehler hinwegsieht, weil er uns liebt, könnten wir lernen! Vor allem aber, können wir uns daran auch ein Beispiel nehmen, dass der Glaube bzw. auch das gelebte Bekenntnis, niemals eine Last sein darf, sondern immer befreiende Wirklichkeit und Wahrheit der Liebe Gottes bleiben muss. Nicht Gesetze und Vorschriften, Regeln und Normen machen den Glauben lebendig, sondern nur das gelebte Bekenntnis, dass das ganze Leben prägt und beeinflusst. Nicht die Zugehörigkeit zu einer Konfession macht den Menschen zum Christen, sondern sein christlich-menschliches Verhalten im Umgang mit dem Nächsten. Der wahre und ehrlich gelebte Glaube, engt nicht ein, grenzt nicht ab und schließt nicht aus, sondern heilt, befreit, rettet und erlöst. Wir müssen wohl noch viel lernen, bis unser Leben mit unserem Bekenntnis konform geht und eine Einheit bildet. Aber wir können jetzt, hier und heute damit anfangen! (BOG)

Auf Cyprian von Karthago geht der Ausspruch zurück

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Bischof Oliver Gehringer

Auf Cyprian von Karthago geht der Ausspruch zurück, dass es kein Heil außerhalb der Kirche gäbe. Diese Aussage wurde in der 2000-jährigen Kirchengeschichte recht unterschiedlich ausgelegt. Vor allem muss der Begriff von „Kirche“ neu überdacht und definiert werden. Denn eigentlich ist „Kirche“ das Volk Gottes, und somit wäre seine Aussage auch wieder treffend, wenn man sie entsprechende adaptiert: Es gibt kein wirkliches Heil, außerhalb der Gemeinschaft mit Gott, in die jeder gerufen ist, aber sich selbst entscheiden muss, ob er diese Gemeinschaft auch annimmt. Es ist Gemeinschaften eigen, dass sie, manchmal sehr krampfhaft und oft viel zu rigoros versuchen festzulegen, wer, wie, wann und unter welchen Bedingungen dazugehört, gehören darf (und manchmal aus soll!). In Statuten, Satzungen und Verfassungen wird das dann festgehalten, und Abweichungen sind nicht erwünscht. Man hält sich eigentlich für offen, aber man schließt damit nur aus und grenzt sich von „anderen“ ab. Dies gilt für Sportvereine genauso wie für politische Parteien, und leider auch für kirchliche Gemeinschaften. Es ist schon notwendig und sinnvoll, dass Menschen sich in ihrer Gruppe einen abgesteckten Rahmen setzen, einen Raum schaffen, innerhalb dessen sie sich bewegen und ihr Zusammenleben möglichst reibungslos abwickeln können, ohne dass Chaos und Anarchie herrschen. Aber von dieser auferlegten Notwendigkeit, das Leben zu ordnen bis hin zur Bestimmung über das endgültige Schicksal eines Menschenlebens, selbst über seinen Tod hinaus, ist es doch ein sehr gewagter Schritt. Diese Entscheidung dürfen wir immer noch getrost Gott überlassen, denn uns steht weder die Macht noch das Recht zu, es zu tun. Wir sind nicht als Richter eingesetzt und sollen uns deshalb auch nicht als solche aufspielen. Gott selbst ist es, der letztlich entscheidet, auch über uns und unser Verhalten. Er hat das Heil allen zugesagt, ob es uns nun passt oder nicht. Und nur, weil wir „dazu“ gehören, ist noch lange nicht gesagt, dass wir auch daran Anteil haben. Es liegt auch an uns, was wir aus unserer Gemeinschaft mit ihm machen, und wie sehr wir uns davon prägen und unser Leben beeinflussen lassen. (BOG)

Gott, auf dessen barmherzige Hilfe wir vertrauen möchten

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, auf dessen barmherzige Hilfe wir vertrauen möchten, die uns aufrichten will, aber viel zu oft von den Lasten des Lebens, den erlittenen Ungerechtigkeiten und der eigenen Unzulänglichkeit zu Boden gedrückt bleiben, segne uns, richte uns wieder auf, stelle uns wieder auf unsere Füße, und mache uns zu neuen, aufrechten und aufrichtigen Menschen.

Er mache uns bewusst, dass er uns immer beisteht, auch wenn wir seine Hilfe nicht immer als sein Werk und Wirken wahrnehmen, weil er uns andere Menschen schickt, die uns in seinem Namen aufhelfen, Mut machen und neue Hoffnung schenken wollen.

Er lasse uns erkennen, dass er uns nicht verlassen hat, auch wenn wir uns einsam und verlassen fühlen, denn er hat uns Menschen zur Seite gestellt, die uns seine fürsorglichen Liebe spüren lassen, die uns Gemeinschaft schenken, und das Gefühl der Verbundenheit im Miteinander geben wollen.

Er lasse uns begreifen, dass er uns hört und erhört, uns versteht, auch wenn wir es nicht so empfinden, denn er sendet uns einen Beistand, der uns neue Wege zeigt, wenn wir an unsere Grenzen stoßen, anstehen, nicht weiter wissen, oder uns in Sackgassen verlaufen haben, damit wir unsere Zukunft wieder hoffnungsvoll in die Hand nehmen können.

Er mache uns bereit, zu hören, zuzuhören, aufnahmebereit und durchlässig für sein Wort zu werden, auch wenn es von Menschen gesprochen wird, die von gleicher Art sind wie wir, denn er will uns auf verständliche Weise ansprechen, damit wir aus unserer Lethargie erwachen und aufstehen, uns neu begeistern und entflammen lassen, für das Feuer seiner Liebe.

Er segne uns und sende uns seinen Geist, damit wir Freude wecken, wo Trauer ist, damit wir Hoffnung verbreiten, wo Resignation herrscht, und damit hell werde, was in uns und anderen verfinstert ist.

Er segne uns mit seinem Geist und entflamme durch ihn in uns die Liebe, denn nur in seinem Segen wächst und gedeiht der Frieden.

Er segne uns mit seinem Geist, stärke unseren Glauben, mehre unsere Hoffnung, nähre unsere Zuversicht, lasse unser Vertrauen wachsen, und mache unsere Herzen von Liebe brennen, damit wir selbst Feuer und Flamme sind, einander damit enzzünden und so selbst zum Segen für alle werden, die uns begegnen.

Allen Freunden, einen gesegneten Wochenbeginn, am Montag der fünften Osterwoche!

+Bischof Oliver Gehringer

Gott wünscht sich aufrechte und aufrichtige Menschen

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Bischof Oliver Gehringer

Gott wünscht sich aufrechte und aufrichtige Menschen, Menschen, die auf ihren eigenen Füßen stehen, aus eigener Kraft ihr Leben in die Hand nehmen, die ihren Weg in Freiheit und Würde gehen, die im Vertrauen auf ihn voll Mut und Zuversicht in die Zukunft schauen. Gott wünscht sich Menschen, die sich überhaupt eine Zukunft vorstellen können, sie für sich erwarten und auch darum kämpfen wollen, und nicht Menschen, die in lähmendem Selbstmitleid versinken, lethargisch die Hände in den Schoß legen und warten was passiert, ohne selbst dafür etwas zu tun. Gott wünscht sich Menschen, die bereit sind zu hören, die durchlässig und aufnahmebereit sind für sein Wort der Hoffnung, der Zuversicht und des Heils, die sich ansprechen lassen ohne Ansprüche zu stellen, die (zu)hören wollen, um zu verstehen und zu begreifen. Gott wünscht sich Menschen, die bereit sind, sich rufen und berufen zu lassen, die aufstehen und aufbrechen wollen, um loszugehen auf dem Weg der Erlösung. Gott wünscht sich Menschen, die sein heilbringendes, göttliches Handeln und Wirken durch andere Menschen sehen und erkennen, und nicht Menschen dafür als Götter verehren. Gott wünscht sich Menschen, die im Umgang mit anderen menschlich sind und für die Menschlichkeit kein Fremdwort ist, weil er den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat, um das Angesicht der Erde zu verändern und zu erneuern. Diesen Gott brauchen wir aber nicht in irgendeiner Form von Opfer zu loben, zu besänftigen oder anzuflehen. Diesem Gott können wir getrost die zutrauen, dass er uns in seiner Güte das Notwendige zum Leben gibt, auch durch andere Menschen. Wir sind eingeladen, uns auf Gott und auf unsere Mitmenschen, insbesondere die Bedürftigen, einzulassen. Denn sein Feuer will in uns brennen, seine Flamme will ansteckend wirken, und einen Flächenbrand der Liebe und Mitmenschlichkeit entfachen! (BOG)

Solange eine Gemeinde noch „klein“ ist

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Bischof Oliver Gehringer

Solange eine Gemeinde noch „klein“ ist, das heißt überschaubar, regelt sich in ihr vieles „von selbst“. Jede und jeder fühlt sich mitverantwortlich und übernimmt die eine oder andere Aufgabe, ohne viel Regelung oder lange Diskussion. Was getan werden muss, wird getan, jeder bringt sich auf seine Weise und nach seiner Art ein. Es läuft rund, würde man sagen, oder, wie in der Apostelgeschichte beschrieben, die Gemeinde ist „ein Herz und eine Seele“. Wenn die Gemeinde größer wird, reicht das Prinzip: einer für alle, alle für einen, aber nicht mehr aus, und plötzlich ploppen die Unterschiede konflikthaft auf. Die einen fühlen sich überfordert und die anderen nicht zuständig, bzw. die Alteingesessenen ausgenutzt und die Neuen unterlegen oder auch ungerecht behandelt. Eine Situation, die man so auch in der Urgemeinde in Jerusalem kennt. Die Konfrontation zwischen Hebräern und Hellenisten ist mehr als augenscheinlich, und braucht deshalb eine Regelung, um die Wogen zu glätten, und in Zukunft Dienste und Aufgaben gerecht zu verteilen. Ohne zu bevorzugen oder zu übervorteilen. Aus heutiger Sicht, muss man sich von dem fiktiven paradiesischen Urchristentum verabschieden; dann kommt einem diese Gemeinde auch näher, eben weil sie aus echten, lebendigen Menschen bestand, mit ihren Grenzen, ihren Macken und Empfindlichkeiten. Schon damals mussten Lösungen für die Alltagsprobleme gesucht und gefunden werden. Manchmal muss man auch länger um eine ideale Lösung ringen, bis ein gutes und konstruktives Miteinander möglich wird. Solange das Feuer in allen brennt, wird man diese Lösung auch finden, wo das Feuer schon klein ist, muss man es nähren, und wo diese Flamme schon erloschen ist, muss man versuchen, sie neu zu entzünden. Solange der Glaube, die Hoffnung und die Liebe in den Menschen vorhanden ist, findet man auch einen gemeinsamen Weg, der für alle gangbar ist und das Miteinander fördert. Die Botschaft Jesu, dass jedem Menschen, unabhängig von Stand und Ansehen, die unbedingte Gottesnähe zugesichert ist, muss auch weiterhin aufleuchten. Denn jeder Einzelne ist von Gott auserwählt und zur Heiligkeit berufen. Eine spirituelle Erneuerung tut der Gemeinde ebenso gut, wie der ganzen Kirche. Priorität muss aber die innere, geistige Einstellung haben, denn ohne sie bleibt der prächtigste Gottesbau nur eine leblose, nutzlose Hülle. (BOG)