Jede Begegnung wirkt verändern, entweder auf einem selbst

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Jede Begegnung wirkt verändern, entweder auf einem selbst, oder auf den, den man begegnet ist. Mancher Fremde wurde so schon zum Freund, und mancher Freund leider auch zum Fremden. Man weiß oft nicht, mit wem man es (wirklich) zu tun hat, selbst wenn man jemanden schon lange kennt. Und das ist in vielen Situationen und Bereichen des Lebens auch ganz gut so. Erst hinterher gehen einem die Augen auf – und manchmal dann sogar über. Je mehr man sich seinem vis-a-vis öffnet, selbst wenn man meint ihn schon gut zu kennen, ganz unvoreingenommen, vorurteilsfrei, und ohne den Bonus der Bekanntheit, desto mehr lernt man ihn auch kennen, weil man sich auf ihn einlassen kann, und nichts voraussetzt, was vielleicht gar nicht da ist. Solche Begegnungen können wahre Wunder wirken, denn entweder wird man in seiner Sicht bestärkt oder belehrt, man bekommt unerwartete Impulse oder lernt eine neue, noch unbekannte Seite kennen. Auch die biblische Geschichte ist von solchen bewegenden und verändernden Begegnungen voll. Lot zum Beispiel hat einst „Engel beherbergt“, obwohl er doch bloß unbekannten Reisenden einen Gefallen tun wollte. Die beiden Emmausgänger schienen bloß eine flüchtige Freundschaft mit einem noch unbekannten Mitwanderer zu schließen, der sich dann als der Auferstandene selbst erwies. So ist es, nicht nur im Glauben sondern auch und gerade im ganzen Leben. Man sollte sich Sinne und Geist nicht durch okkulte, übersinnliche oder gar transzendente Sensationen vernebeln lassen, auch nicht von gefassten Meinungen. Aussagen von Dritten, oder althergebrachten Vorschriften und Gesetzen, sondern offen und bereit sein, für das Ungewöhnliche, Unübliche und auch für das bisher Unmögliche. Wir sollten unsere Arbeit tun, mit Sorgfalt und Mitgefühl, unsere Aufgabe und unseren Auftrag erfüllen, so wie wir ihn auch erhalten haben, unseren Glauben leben und in das Leben einfließen lassen, und danach trachten, niemanden in „Schubladen“ zu stecken, nur weil wir ihn kennen oder eben (noch) nicht kennen. Die engelhaften, Begegnungen werden uns hinzugegeben. Den Gott, der Fleisch geworden ist, erfahren wir nicht im pathosschwangeren Raum einer religiös aufgeladenen Atmosphäre, sondern „auf dem Rücken der Tat“, in der Begegnung und der Beziehung zum Nächsten! (BOG)

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