In den vielen Ausprägungen des christlichen Glaubens

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

In den vielen Ausprägungen des christlichen Glaubens gibt es, bei allen Unterschieden und Verschiedenheiten, bei allen Interpretationen und Auffassungen, doch immer noch eine Gemeinsamkeit: die Schrift als gemeinsame Basis der Verständigung. Aus ihr wird zitiert und interpretiert, und man kann sich zumindest sicher sein, dass verstanden wird worum es im Wesentlichen geht. Eine Grundlage der Kommunikation, auf den man, wenn man auch will, aufbauen kann, um aus verschiedenen „Fäden“ wieder einen „Strang“ zu machen, an den man gemeinsam ziehen kann, aus den unterschiedlichen Pfaden wieder einen Weg zu machen, der für alle gangbar ist. Immerhin ist Christus das zentrale Thema in allen christlichen Konfessionen, und diese Gemeinsamkeit gilt es zu behalten und auch auszubauen. Im Hebräerbrief wird das ganze Christusgeschehen unter dem Stichwort des einen „Opfers“ zusammengefasst. Anders als die unvermögenden Sühneopfer hat Jesu einmaliges Opfer die endgültige Vergebung der Sünden bewirkt, und von der „Erbschuld“ befreit. Damit hat er für die Menschen eine ganz neue Situation geschaffen, eine Situation des Heils. Durch die Beseitigung der Sünde sind die Menschen endlich wieder frei und in der Lage, mit Gott in Gemeinschaft zu leben. Dieses einmalige Opfer soll genügen, denn Gott ist weder an weiteren „blutigen Opfern“ interessiert, noch an einen „Loskauf“ in Form von aufgezwungenen Spendenmittel, sondern an der Gesinnung, der inneren Einstellung, und an der Liebe, an einem Gottesdienst „im Geist und in der Wahrheit“. Man könnte Gott auch nichts geben, was ihm nicht schon gehört, also wäre jedes „neue Opfer“ demnach auch sinnbefreit und unnötig. Gott will keine Äußerlichkeiten, sondern Treue im konkreten menschlichen Leben, in jeder Liebestat am Nächsten, in jedem Gedanken, jedem Wort, in allem Handeln. Deshalb hat Gott in Jesus menschliche Gestalt angenommen, um durch seine Ganzhingabe die Menschennatur zu erlösen und zu verklären. Diese Erkenntnis soll der Gemeinschaft der Kirchen in der Krise einen Ausweg zeigen und eine neue Sicherheit im Glauben geben! Wenn man sich endlich von den Gedanken befreien könnte, Gott ein „Opfer“ geben zu müssen, dann könnte man viel enger zusammenrücken und wieder mehr Freude am gemeinsamen Glauben haben. Es ist auf alle Fälle Wert, es zumindest auch zu versuchen! (BOG)

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