In jeder kirchlichen Gemeinde und Gemeinschaft gibt es

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

In jeder kirchlichen Gemeinde und Gemeinschaft gibt es die verschiedensten Gruppen und Gruppierungen. Das macht eine Gemeinde, eine Gemeinschaft erst so wirklich ehrlich und authentisch, so bunt, und vielfältig, und so richtig lebendig. Und das ist auch gut so, denn das Leben ist nun mal nicht „uniform“, sondern absolut verschieden und doch auch wieder in vielen Punkten ähnlich! Was aber, wenn diese Gruppierungen und Gruppen sich nicht mehr die Mühe machen (wollen), einander wirklich wahrzunehmen und wertzuschätzen? Was passiert, wenn sich einige davon in puncto Glauben sogar als die besseren Christen fühlen, und sich das Recht herausnehmen, andere zu korrigieren und zu maßregeln? Was geschieht, wenn aus einer Einheit in der Vielfalt Uneinigkeit wird und Menschen sich von einander immer weiter entfernen? Vermutlich hat man dann ganz schnell eine Spaltung, so ähnliche Verhältnisse wie damals in Korinth, zur Zeit des Apostel Paulus. Nicht immer steht ein „Problemlöser“ vom Format des Paulus bereit, aber, dem Apostel sei Dank, hat er uns seinen Brief an die Korinther hinterlassen, von dem wir lernen können, wie man in solchen Situationen umzugehen hat. Wir sind gut beraten, uns von seinem theologischen und pastoralen Geschick etwas abzuschauen und in das Heute zu übernehmen. Er geht das ganz pragmatisch vor: Er erinnert sie an die gemeinsame Basis, an die gemeinsamen Wurzeln und an das gemeinsame Ziel. Von daher will er klarmachen: Christus gehört nicht der einen oder anderen Gruppe, vielmehr gehören alle Christus an. Er lässt sich nun mal nicht teilen, und keiner hat die „universelle“ Wahrheit für sich gepachtet. Alle leben von der gleichen frohen und froh machenden Botschaft, und haben so auch Anteil an der einen Wahrheit. Bei aller zu begrüßenden Vielfalt muss also eines gelten: Persönliche Eitelkeiten oder Profilierungsgehabe auf Kosten der Einheit haben in einer christlichen Gemeinde, in einer christlichen Gemeinschaft nichts zu suchen. „Kirche“ ist immer noch das Volk Gottes, und nicht Institution. Erst, wenn wir es schaffen, von diesem institutionellen Denken weg zu kommen, werden wir auch den Weg der Einheit gehen können. Die Basiskirche wäre dazu ja schon seit langem bereit, bis in die „Führungsebenen“ muss es aber erst noch durchbrechen, dann ist der Weg zur wahren christlichen Einheit endlich auch frei! (BOG)

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