Was ist, bzw. was bedeutet eigentlich „Heimat“?

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Dort, wo man ursprünglich herkommt? Wo man jetzt zuhause ist, man die Menschen kennt und sie einem selbst? Wo man fühlt, denkt, lebt und sich geborgen weiß? Ist „Heimat“ ein fester Ort oder doch ein bewegliches Gefühl? Wo ist die eigene „Heimat“, und wo fühlt man sich „beheimatet“? Heimat ist nicht so ganz eindeutig in diese oder jene Kategorie einzuteilen, es fehlt an menschlichen Worten, um sie konkret zu beschreiben, und doch ist der Begriff in aller Munde. In Zeiten, in denen viele Menschen weltweit unterwegs sind, oft weil sie von Krieg, Not oder Hunger vertrieben werden, aufgrund ihres Glaubens flüchten müssen, oder auf der Suche nach einer Zukunft für sich sind, stellen sich viele diese Fragen. Die Antworten werden wohl ganz unterschiedlich ausfallen, und hängen letztlich auch nicht nur von der jeweiligen Lebenssituation ab, sondern auch von der persönlichen Einstellung und Wahrnehmung, vor allem aber, von der Persönlichkeit des „Suchenden“ ab. Auch die frühen christlichen Gemeinden stellten sich die Frage nach der „Heimat“ zu einer Zeit, in der sie von außen, aber mehr noch von innen, einer Vielzahl von Anfechtungen ausgesetzt waren und der Begriff „Heimat“ eine ganz neue Dimension erhalten hatte. Die Antwort für sie war klar und wegweisend für alle christlichen Gemeinden und Christenmenschen seitdem: Unsere Heimat liegt in Gott! Also in einer aufrechten, konkreten und lebendig gelebten Beziehung zum Schöpfer und Erhalter allen Lebens. Der Glaube an Gott, an seine Barmherzigkeit und Güte, an seine Verheißung und seinen Heilsplan, an die Kraft seiner Vergebung und die Macht seiner unbedingten und bedingungslosen Liebe, die Gemeinschaft mit ihm und untereinander, hat den Begriff von Heimat neu geprägt und definiert. Heimat wurde nicht mehr nur zum Ort des Lebens, sondern zum Hort des Gefühls. Heimat ist dort, wo man sich angenommen und geborgen fühlt, wo das Herz schlägt und die Hoffnung lebt, wo die Liebe trägt und der Glaube hält. Wir glauben an Gott, das heißt, wir vertrauen IHM unsere ganze Existenz, unser ganzes Sein und Werden an, alles was wir sind und haben, alles was uns zu seinen Kindern macht. Und genau das macht uns stark und fähig, einander zu lieben und auf diese Weise auch einander „Heimat“ zu geben, Heimat zu sein. Heimat ist dort wo man spürt, hier atmet die Seele auf, wirkt Gottes guter Geist, hat innerer und auch äußerer Frieden Einzug gehalten, und hört man die Stimme Gottes zu einem sprechen. Für jeden ist deshalb Heimat immer auch anders, selbst wenn man vom gleichen spricht! (BOG)

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