Am Lichte hängt, zum Lichte drängt doch alles!

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

„Am Lichte hängt, zum Lichte drängt doch alles!“ (J.W.v. Goethe), schon die Klassiker der jüngeren menschlichen Geschichte wussten es und postulierten es so (oder so ähnlich): Das Glück des Menschen liegt darin, nach oben zu streben, sich dem Licht zuzuwenden, und sich vom aufstrahlenden Licht der Herrlichkeit Gottes wie in einen wärmenden Mantel einhüllen zu lassen. Der Mensch soll sich aber nicht nur mit den Augen, sondern mit dem ganzen Leib, mit seiner ganzen Seele, mit seinem ganzen Herzen und mit all seiner Kraft dem Licht zuwenden, um sich davon ganz erfüllen zu lassen. Licht ist Leben oder, wie es der englische Maler William Turner einmal ausgedrückt hat: „Licht ist Gott!“ weil Gott das Licht ist. Genauso ist es, und genauso wird es in der biblischen Geschichte auch immer wieder zum Ausdruck gebracht. Das Volk Gottes, alle Menschen guten Willens, ja der ganze Erdkreis – alle haben Grund zum Jubeln, denn alle erscheinen sie im Glanze des göttlichen Lichts, das keinen Winkel dieser Erde ausspart, keinen Menschen ausschließt und alle anzieht und einbezieht. So öffnen die Menschen ihr Herz, kommen voller Freude, bringen ihre Gaben mit, und gehen wieder als Beschenkte, als Boten des Lichts in eine, der Dunkelheit verfallenen, Welt. Was für ein Leben und Treiben und Funkeln vor Gott! Hier findet eine Menschheitsutopie seine Erfüllung. Wie sich die realisierte Utopie einer in Gott versöhnten, und in seinem Licht erhellten Menschheit anfühlt, das haben die frühen Christen ganz konkret am eigenen Leib in ihren Gemeinden erfahren. Da gab es in der Tat weder Nahe noch Ferne, weder Sklaven noch Freie, weder Mann noch Frau, weder Höher noch Tiefer, sondern nur Eins. Hierarchien und Institutionen, wie sie die Welt kannte, und auch heute noch kennt und praktiziert, spielten keine Rolle mehr. Alle waren sie „einer in Christus Jesus“. Diese Erfahrung der Versöhnung birgt ein großes Potenzial der Heilung in sich. Gerade in unseren Zeiten! Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen werden nicht nivelliert, aber es gibt eine göttliche Größe, um die sich alle versammeln können und die ihnen hilft, miteinander in Frieden zu leben. Es gibt ein göttliches Licht, das aufstrahlt und jeden erhellt, der damit in Berührung kommt. Und es ist unsere Aufgabe, der Auftrag eines jeden Getauften, das Licht in diese Welt wieder hineinzutragen, dort wo man lebt, wo man arbeitet, wo man sich bewegt und wo man gerade ist! „Auf Mensch, werde Licht!“ (BOG)

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