Seitdem mit der Menschwerdung Gottes in Jesus

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Bischof Oliver Gehringer

Seitdem mit der Menschwerdung Gottes in Jesus, das wahre Licht in die Welt gekommen ist, steht der Mensch eindeutiger als bisher vor der Entscheidung; er kann „im Licht leben“, d. h. sich nach der offenbar gewordenen Wahrheit und Wirklichkeit Gottes richten, oder er kann in der Finsternis bleiben und aus seinem Leben eine Lüge machen. Für den, der sich als „Sünder“ bekennt, d. h. der, der seine Schuld eingesteht, auch wenn er anderen etwas schuldig geblieben ist, seine Fehler einsieht und zu seinen Übertretungen steht, gibt es Rettung, denn das Licht ist stärker als die Finsternis und heller als alle Dunkelheit. Es gibt aber dazu keinen Zwang, sondern der Mensch hat die Freiheit der freien Entscheidung, und er hat auch die Möglichkeit, seine bisherigen Entscheidungen zu revidieren. Kein Mensch ist fehlerfrei, auch wenn sich manche dafür halten, deshalb kein Mensch ist frei von jeglicher Schuld, auch wenn so einige das von sich glauben, denn auch Gutes nicht zu tun, oder zuzulassen, dass Schlechtes getan wird und es nicht zu verhindern, macht mitschuldig. Das sollte einen jeden auch bewusst werden. Den Kirchen wurde und wird oft vorgeworfen, zu viel von „Sünde“ zu sprechen, und nicht selten hatte dieser Vorwurf auch seine Berechtigung. Andererseits ist das Sprechen von „Sünde“ und Schuld an sich kein Fehler, sondern echte und gute Chance, sich über das eigene Verhalten gegenüber Gott, der Welt, anderen Menschen und der Schöpfung, ja sogar gegenüber sich selbst, neu Gedanken zu machen, und sein Tun zu hinterfragen, bzw. grundsätzlich auch in Frage zu stellen. Ist das, was man mit guter Absicht tut, auch wirklich gut, und hätte man nicht eher etwas gegen das Böse unternehmen können, statt wegzusehen? Nehmen wir dabei Maß an der Sprache des Johannes: „Ich schreibe euch, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater!“ Die Mahnung und das Ernstnehmen der Schuld ist hier eingerahmt durch ein einfaches, aber tragendes Trostwort: Wir haben einen Beistand. WIR, das bedeutet, wir alle sind Sünder. So wird die kirchliche Sprache sowohl der Umkehrforderung als auch der Erlösungsverheißung, die Jesus gebracht hat, gerecht. Und es bleibt unsere Entscheidung: Licht und Leben, oder Dunkelheit und Tod! (BOG)

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