Früher, als einem lieb sein kann

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Früher, als einem lieb sein kann, und schneller als erwartet, holt einem bereits am zweiten Weihnachtstag die traurige Wirklichkeit, die Realität der Welt wieder ein: Obwohl doch die Engel in der Weihnachtsnacht den Frieden auf Erden besangen und in der Osternacht das leere Grab die Niederlage des Todes verkündet, findet der gläubige Stephanus den Tod und werden Verfolgung und Krieg bis zum heutigen Tag nicht aus der Welt weichen, auch bei Christen nicht. Und wie soll man da die weihnachtliche Freude, die Weihnachtsoktav in festlicher Stimmung durchhalten? Es scheint nach heutigen Stand fast unmöglich, doch gerade im Blick auf Stephanus, der den Tod nicht als Scheitern oder Auslöschung erlebte, sondern als Eingehen in den Frieden, den Weihnacht und Osternacht verheißen. Es gibt seither kein Leid mehr, in dem Gott nicht anzutreffen wäre. Nicht als Verursacher oder als Zulasser, sondern als Auffänger und Festhalter, der mit offenen Armen wartet und einem entgegen kommt, wenn man bereit dazu ist, in Wort und Tat den Weg zu gehen, den man für sich entdeckt und als richtig erkannt hat. Es ist der Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, von dem einen weder Gewalt, weltliche Macht, Verfolgung, Leid oder Krieg abbringen kann. Ein Weihnachtsglaube, der die Nachricht vom Märtyrerschicksal nicht aushält, wäre zu kleinmütig, um wirklich tragfähige Hoffnung zu vermitteln. Nur wer bei all dem Elend, den schlechten Nachrichten und traurigen Berichten, wie Stephanus auch, den Himmel offen und den Menschensohn zur rechten Gottes sehen kann, in dem ist Gott wirklich geboren, der hat seine eigene Menschwerdung neu erlebt, der ist zu einem neuen, weihnachtlichen Menschen geworden, der die Hoffnung und die Liebe der Heiligen Nacht in sich trägt, und durch sein eigenes Leben den Glauben bezeugt! Es ist schon eine große Herausforderung, aber man darf sich ihr getrost stellen, denn Gott ist mit einem! (BOG)

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