Liebeslieder sind schön

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Liebeslieder sind schön, sie sind anrührende Werke, die immer wieder etwas Romantik in den Alltag bringen, Farbe in das Grau, Licht in die Dunkelheit. Solange sie nicht „kitschig“ oder „zweideutig“ sind, lassen sie von einer besseren Welt träumen, in der es weder Hass, noch Streit, noch Elend oder Not gibt, denn wo Menschen einander Lieben, ist die Liebe Gottes lebendig. Auch die biblische Geschichte hat in vielen Texten die Liebe zum Inhalt, und sie wird dort gleichsam besungen, wie im Hohelied der Liebe (1. Korinther) oder das Hohelied (Lied der Lieder). Das Hohelied ist ein Buch des Alten Testamentes, dass von Theologen gern allegorisch gedeutet wird, und warum auch nicht! Doch muss man das nicht zu nüchtern betreiben, denn die Liebe ist nun mal eine „Himmelsmacht“, die alles zu verändern vermag, die bewegt und in Bewegung setzt, die für das Leben ebenso wichtig ist, wie die Luft zum Atmen. Der Minnegesang und der kirchliche Gesang haben auch viele Parallelen, wird doch auch im Lobgesang die Liebe als zentrales Thema verwendet: die Liebe Gottes zu den Menschen, und die Antwort des Menschen auf diese unbedingte und bedingungslose Liebe. Gott wird in der Bibel oft auch als derjenige beschrieben, der sich wie ein Bräutigam nach der Liebe der Menschen sehnt und um sie wirbt. Und man kann von seiner Liebe auch heute noch lernen, sich selbst und andere zu lieben, sich selbst und andere so anzunehmen, wie man eben ist, denn jemanden zu lieben bedeutet nicht: „ich liebe dich, wenn du so bist, wie ich will“ sondern: „ich liebe dich, weil du bist, wie du bist!“ So ist an der zeitlichen Türschwelle zur Menschwerdung ein biblischer Minne-Text ganz angemessen. Liebeslyrik wird der Hingabe Gottes mindestens ebenso gerecht wie hohe theologische Spekulation, vielleicht sogar mehr als diese. Und letztlich gibt es kein größeres Gebot und kein größeres Geschenk, als die Liebe! (BOG)

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