Die rettende Ankunft Gottes

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Die rettende Ankunft Gottes wird aus der Wüste ein Paradies machen, so beschreibt es die Bibel und so beschreiben die Propheten des Alten Bundes ihre Vision der inneren und äußeren Erneuerung. Dornen und Disteln, Not und Krankheit, Elend, Gewalt, Zwang und Macht, sowie die menschliche Ohnmacht dagegen, der ganze Fluch der Schuld Adams ist also überwunden. Freiheit, Freude, Glück, Gerechtigkeit, neue Hoffnung und Liebe ohne Ende: der Mensch ist heute misstrauisch gegenüber solchen Worten; er möchte sehen, um zu glauben, will einen Beweis, um zu hoffen, will mit eigenen Ohren hören, um auch zu lieben. Und tatsächlich wird gesagt, dass Gott ein neues Sehen und Hören, Sprechen und Gehen schenken wird. Es gibt immer wieder neue Möglichkeiten, die Wahrheit und auch Wirklichkeit Gottes zu erfassen. Und das ist das Wesentliche.Aber, nur allzu oft neigt der Mensch dazu, die guten Erfahrungen in seinem Leben schnell wieder zu vergessen oder für selbstverständlich zu halten. Schmerzfrei gehen und stehen zu können, das ist für den Gesunden nicht der Rede wert, für den am Knie operierten Patienten dagegen ein Traum. Das frische Quellwasser ist dem Wüstenwanderer unbezahlbar, der Kneipengast dagegen fühlt weder Freude noch Wonne, wenn es statt des Bieres nur klaren Sprudel gibt. Die Christen müssen bei der Verkündigung der adventlichen Botschaft sehr genau überlegen, wie sie Gottes Verheißungen beschreiben. Jesaja sprach mit seinen Worten einst zu einem unterdrückten Volk und wurde verstanden, weil er ihre alltäglichen Sorgen kannte. Wenn die kirchliche Sprache die Lebenswirklichkeit der Menschen ignoriert, werden die Verkünder der frohen und froh machenden Botschaft nicht verstanden und der Advent verkommt zu leerer Folklore. Es gilt zu überlegen, an welchen Kummer oder Sorge man heute anknüpfen muss, damit die Menschen die Botschaft Jesu als ihre Sache begreifen können. An Ängsten fehlt es in der Gesellschaft nicht, an billigen Parolen auch nicht. Wer heute den Weg der Verkündigung gehen will, kommt nicht herum, die Menschen in ihrem Leid wahrzunehmen, und es anzusprechen, auch wenn es für manche Ohren nicht schön klingt. Aber so ist es nun mal: wahre Worte sind nicht (immer) schön, und schöne Worte sind (meistens) nicht wahr. Ehrliche und authentische Worte werden dagegen nicht nur gehört, sondern auch verstanden! Der Advent will uns dabei helfen, ein neues Segen, Hören, Denken und Fühlen zu lernen und anzunehmen! (BOG)

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