Die Welt, in der der Mensch lebt und in der er sich nach seinen Bedürfnissen eingerichtet hat

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Die Welt, in der der Mensch lebt und in der er sich nach seinen Bedürfnissen eingerichtet hat, vermag einem alles zu geben, was man (angeblich) braucht um ein gutes Leben zu führen, aber sie vermag einem nicht zu geben, was man wirklich notwendig hat, um auch glücklich zu sein. Es ist ein Paradoxon, der Mensch hat so ziemlich alles, und dennoch fehlt es ihm am Wichtigsten, er hat eine nie dagewesene Freiheit, und ist dennoch in den eigenen Strukturen mehr gefangen als je zuvor, er lebt in Gemeinschaft und verspürt doch eine enorme Einsamkeit, er hat einen äußeren Reichtum, und lebt doch in innerer Armut, er sieht den Bedarf, aber ihm entgeht die Bedürftigkeit, er liebt die Werte, aber die Liebe hat für ihn keinen Wert. Es scheint schon fast so, als habe der Mensch aufgehört zu leben und stattdessen begonnen (nur mehr) zu existieren. Kein Wunder also, wenn sich in ihm eine Leere auftut, der Sinn in und hinter allem zu verschwinden droht, und Funktion das Leben übernommen hat. Woran es dem Menschen heute wirklich fehlt, woran er Mangel leidet, und worin seine Bedürfnisse ungestillt bleiben, das kann einem die Welt nicht mehr geben. Deswegen ist er, wie immer wieder auch in der biblischen Geschichte beschrieben, auf der Suche nach den grundlegenden Werten, nach Erfüllung seiner Sehnsucht, nach der Fülle des Lebens, dessen Wert die sich nicht in Zahlen ausdrücken lässt. Heute ist der Mensch, mehr denn je, auf der Suche nach einem Zuhause in den Häusern, nach einer Gemeinschaft in der Gesellschaft, nach Geborgenheit in der Beziehung, nach Sicherheit in den Versicherungen, nach Glaube, Hoffnung und Liebe, nach Gott, der einem auch all das geben kann und will. Doch Gott zwingt sich nicht auf, er setzt niemanden unter Druck, er lässt jeden die Freiheit sich selbst zu entscheiden. Dann lässt er einen neuen Spross in den Herzen sprießen, lässt den guten Samen aufgehen, den er jedem eingepflanzt hat, und er hilft dabei, um auf dem richtigen Weg wieder zurückzufinden. Gott hat in seiner Menschwerdung dem Menschen gezeigt, was es heißt Mensch zu werden. Ihm dürfen wir nacheifern und uns an ihm ein Beispiel nehmen. Wenn er in der Welt das Sagen hätte, dann könnte auch sein unbeschreiblicher Frieden einziehen und die Sehnsucht aller gestillt werden. Aber noch sind wir ein gutes Stück davon entfernt, aber dennoch bin ich in meinem Glauben so kühn, dass ich das Anbrechen „jenes Tages“ für möglich halte! (BOG)

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