Große, apokalyptische „Plagen“

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Große, apokalyptische „Plagen“, also Katastrophen und Prüfungen von Völkern oder der ganzen Menschheit, wurden immer schon als Ausdruck des „Zornes Gottes“ verstanden, und haben so manche „Unheils-, und Endzeitpropheten“ hervorgebracht, die mit der Angst und Unsicherheit der Menschen regelrecht gespielt haben. Und die Menschen haben sich zu allen Zeiten davon in den Bann ziehen lassen, und, wie in Ausnahmesituationen üblich, irrational gehandelt. Meist wurden die Situationen dadurch nur noch verschlimmert, oder zur Eskalation gebracht, statt sie zu entschärfen und ihnen die Wucht und Sprengkraft zu nehmen. Auch die Kirchen waren zu solchen Zeiten meistens überfüllt, weil Menschen, die sich am Ende ihrer Existenz wähnen, noch „schnell“ das Heil im Glauben gesucht haben, um sich dem „Gericht Gottes“, wie viel zu oft als dogmatische Aussage verwendet und so gelehrt, zu entkommen oder auf der „sicheren Seite“ zu meinen. Hat sich die Situation der Ungewissheit dann doch wieder „normalisiert“ und entspannt, war Gott meistens ebenso schnell wieder vergessen, wie vorher in den Mittelpunkt des Lebens gerückt. Katastrophen und unheilvolle Situationen gab es schon immer, seit es Menschen gibt, waren sie auch in den meisten Fällen Verursacher, oder haben zumindest ihren Beitrag dazu geleistet bzw. durch Nichtstun und Stillschweigen nicht verhindert. Immer wieder versucht(e) der Mensch sich seiner Verantwortung zu entziehen, bis es wieder einmal „brenzlig“ wird, dann spricht er vom „Zorn Gottes“, der über die Menschheit kommt. Das muss man nicht unbedingt als dogmatische Aussage über Gottes Gemütsverfassung und Eingreifen verstehen, denn das Wesen Gottes kennt niemand, Wenn man davon spricht, kann das allerdings schon auch ein Mittel sein, um die Menschen heilsam aufzuschrecken. Für alle, die treu im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe geblieben sind, bedeutet das Befreiung, Rettung, Erlösung und Vollendung. Da erst wird sichtbar, wer das wirkliche, Volk Gottes ist und wer sich nur in Notlagen „plötzlich“ daran erinnert. Zum Glück bleibt es nicht nur bei diesen düsteren Aussichten, dem Bild, das Johannes in seiner Offenbarung zeichnet. Es schließt sich die tröstlichere Vision eines großartigen Dankeskonzerts an Gott, der seiner Art treu bleibt, am Ende doch einen Weg zu (Er)Lösung zu eröffnen. Das Siegeslied der Geretteten wird als „Lied des Mose“ bezeichnet: gemeint ist dessen Danklied, nachdem Gott dem Volk in einer ausweglosen Lage eine Furt durch das Rote Meer aufgetan hatte. Heute dürfen, ja sollen wir in dieses Lied miteinstimmen, denn Gott hat immer eine Lösung parat, wenn wir wieder einmal vor unseren (selbstgemachten und verursachten) Problemen stehen. Das sagt uns der Glaube, und daran sollten wir immer festhalten, und nicht erst dann, wenn es dem Ende zugeht! (BOG)

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