Der Mensch meint in seinem Größenwahn

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Der Mensch meint in seinem Größenwahn, eine großartige Welt aufgebaut zu haben und dadurch auch mit Gott endgültig fertig geworden zu sein. Schließlich hat er dies alles ohne fremde Hilfe, und ausnahmslos nur durch sein eigenes Geschick und seine Schaffenskraft erbaut, geformt und gestaltet. Soweit die Gedanken des uneinsichtigen, selbstgefälligen, in seiner Eitelkeit und Einfalt kaum mehr übertreffbaren Menschen. Diese Arroganz schreit bis zum Himmel, und zaubert Gott nur ein „müdes“ Lächeln ins Gesicht. Denn der Mensch, so gut er meint zu sein, und für noch besser er sich auch hält, rechnet weder damit, einen Fehler in seinem Denken gemacht zu haben, oder dem Irrtum verfallen zu sein, noch mit Gott. Doch mit ihm muss man immer rechnen, denn in seiner Hand liegen die Zeit und die Ewigkeit, er bestimmt letztendlich den Lauf der Welt, und es ist auch sein Plan, der am Ende der Zeit das ersehnte und erhoffte Heil, die verheißene Erlösung und Vollendung bringt. Wenn Gott erklärt, die Zeit ist gekommen, die Ernte der Erde ist überreif geworden, dann ist es aus mit der Planung des Menschen und seiner selbstgegebenen Größe. Wer oder was dann noch (übrig) bleibt, ist der wirkliche und bleibende Ertrag dieser Ernte, die Weihegabe der Schöpfung für Gott und das Lamm. Um ein solches Bild vom Ende zu malen, so wie Johannes es in seiner Offenbarung tut, muss man einen großen Zorn auf die Verhältnisse in der Welt haben. Derzeit liegt er uns nahe. Auch die Rede vom „Zorn Gottes“ befremdet uns da gar nicht, obwohl wir wissen, dass Gott die Liebe ist, und Zorn nicht kennt. Aber wenn man sich genau umsieht, was in der Welt so alles geschieht, und wenn man auch das eigene Verhalten objektiv und kritisch betrachtet, kann man sich auch schon vorstellen, dass Gott, wenn schon nicht zornig, dann zumindest enttäuscht ist, von seiner Menschheit und was sie so alles gedankenlos tut und anrichtet. Das Instrument zum Einholen der Ernte ist eine scharfe Sichel, so sagt es uns Johannes, und da fallen alle feinen Unterscheidungen und tiefgründigeren, persönlicheren Untersuchungen weg. Das wird dem einzelnen Menschen nicht gerecht und auch nicht dem Bild von Gott, das Jesus uns vorgestellt, ja verkörpert hat. Dieses Bild soll auch ein wenig zur Mahnung dienen, sich selbst, sein Verhalten gegenüber anderen und der ganzen Schöpfung, zu verändern und so einen positiven Einfluss auf die Welt zu nehmen. Noch ist die Zeit nicht gekommen, aber wer weiß schon wirklich, wieviel Zeit wir noch haben! (BOG)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s