Zu allen Zeiten gab es und gibt es Menschen

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Zu allen Zeiten gab es und gibt es Menschen, die nicht nur aus religiösen oder spirituellen Gründen von den Realitäten und Notwendigkeiten des Alltagsleben abheben, sondern sich für etwas „Besseres“ halten und ihre Mitmenschen für sich arbeiten lassen. Es geht aber nicht dabei um solche, die Arbeit schaffen um ein gutes Leben für viele zu ermöglichen, es geht um jene, die beschlossen haben, nichts zu tun, sich von anderen ihr Leben erhalten zu lassen, und nurmehr als Nutznießer auf Kosten anderer leben. So etwas geht niemals auf Dauer gut, denn wer sich ausgenutzt fühlt oder seine Gutmütigkeit missbraucht sieht, wird sich dagegen zur Wehr setzen und eine Änderung der bestehenden Verhältnisse fordern oder selbst herbeiführen. Die krasse Aussage des Paulus: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ hat zwar sicher ihre Berechtigung, vor allem in einer Gesellschaft, die auf Gemeinschaft und gemeinsames Miteinander aufgebaut ist, aber kann nur bedingt in heutige Verhältnisse übertragen werden, denn man hat auch eine soziale Verantwortung für den Nächsten. Dennoch sollte man seine Mahnung nicht achtlos überhören oder als überholt abtun. Dass davon Alte und Kranke, Kinder und Schwache, Beeinträchtigte und Geschädigte ausgenommen sind, ist klar, aber wer arbeiten kann und nicht zum Kreis der Ausgenommenen zählt, sollte sich auch am Aufbau und Bestand der Gemeinschaft nach eigenen Kräften und Können beteiligen. Das gilt im zivilen wie auch im geistlichen Bereich, und fordert von einem jeden, sein Bestes zu geben und Möglichstes zu tun, damit auch alle ein gutes Leben in Fülle haben, so wie es eigentlich auch vorgesehen ist. Namentlich körperliche Arbeit verhilft zu einer guten Verwurzelung in der Wirklichkeit, sich um seine nächste Pflicht nicht mehr zu kümmerten, ist der eindeutig falsche Weg. Eine Haltung verantwortlicher Nüchternheit wird von allen erwartet und soll auch von allen mitgetragen werden. Nur so kann und wird eine Gesellschaft heute bestehen, wird eine Gemeinschaft Bestand haben, werden Missstände und Ungerechtigkeiten vermieden, kann ein gutes Miteinander funktionieren. Christenmenschen sollten darin ein Vorbild und Beispiel sein! (BOG)

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