Das Christentum brachte…

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Das Christentum brachte in seinen ersten Jahrhunderten mit seiner neuen Lehre auch eine neue Moral und neue Verhaltensweisen in die bestehende Gesellschaft ein. Dazu wurden Denkprozesse angeregt und die Wertigkeit des Menschen gehoben. Nicht nur die Lehre, sondern auch, in vielen Fällen vor allem, das Alltagsverhalten und das Sozialleben dieser neuen Bewegung übten auf die damaligen Menschen eine starke Anziehungskraft aus und regten zum Nachahmen an. Deswegen fanden die Christen schnell so zahlreiche Anhänger, und das Christentum konnte sich auf eine „rasante“ Weise ausbreiten. Viele der moralischen Hinweise und Wegweiser wirkten neu und anziehend, weil nicht mehr das Gesetz, sondern der Mensch und seine Beziehung zu Gott im Mittelpunkt der Lehre stand. Diese Gottesbeziehung wurde durch die Apostel nicht nur verkündet, sondern vorgelebt, und hatte ihren Ursprung in der Liebe Gottes zu den Menschen, die – zum ersten Mal – für die Menschen unbedingt und bedingungslos ausgegossen ist. Natürlich gab es auch viele Widerstände und Gegner, vor allem jene, die sich in ihrer Position angegriffen fühlten und ihre „Felle“ davonschwimmen sahen. Ihre Macht, die sie sich selbst gaben, wurde nicht nur gebrochen, sondern regelrecht demontiert. Aber nicht antike Moralphilosophen wie Sokrates oder Seneca lösten eine grundlegende Änderung aus, sondern „die Liebe und Güte Gottes ist erschienen und seine Barmherzigkeit erzieht den Menschen, während er auf die selige Erfüllung seiner Hoffnung wartet!“ Der Mensch, nun vertraut mit dem Neuen Testament, bekommt ein ganz eigenes Gespür für Richtig und Falsch, für Wahrheit und Wirklichkeit, für Gerechtigkeit und Liebe. Leider ist aus der anfänglichen „Euphorie“ eher „Standard“ geworden, manchmal sogar Stagnation und Resignation. Aber weniger wegen der ursprünglichen Lehre, sondern was Menschen wiedereinmal daraus gemacht haben. Das Christentum heute, hat durch moralische Verfehlungen ihrer Leiter und Vorsteher, nicht mehr den Stellenwert im Leben und Verhalten der Menschen, den es am Anfang hatte. Dafür sind aber auch wir Christen heute mitverantwortlich. Wenn wir den Auftrag, den wir mit unserer Taufe erhalten haben, auch wieder „wirklich“ leben, unseren Glauben lebendig halten, in Liebe einander begegnen und Hoffnung schenken, dann wird sich auch wieder etwas ändern. Aber, wir selbst müssen die Veränderung sein, die wir uns für die Welt und unser Christentum wünschen! Jede und Jeder! (BOG)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s