Glaube, Hoffnung und Liebe

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Glaube, Hoffnung und Liebe, Gottesverehrung, Lebensführung, Wahrheit und Wirklichkeit, auch Weisheit erhält der Mensch durch „vorleben“ von anderen Menschen, an denen er sich ein Beispiel nehmen soll, um selbst zu einem Vorbild zu werden, zu einem lebendigen Beispiel gelingenden Lebens. So wird es seit Generationen praktiziert, mehr oder minder erfolgreich, und wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Eine enorme Verantwortung für jeden Menschen, denn ein jeder trägt dazu bei, ob und wie die kommenden Generationen ihr Leben meistern und es gestalten werden, wie sie ihren Glauben leben, ob sie Hoffnung haben, wie sie zur Wahrheit stehen, die Wirklichkeit sehen und Weisheit erlangen. Und dazu sind nicht nur Eltern, Lehrer oder Vorsteher kirchlicher Gemeinschaften bestimmt und in die „Pflicht“ genommen, sondern alle, die mit anderen Menschen in Berührung kommen. Das heißt wirklich jede und jeder. Nur den meisten ist das gar nicht bewusst, oder zumindest nicht im vollen Ausmaß. Und es scheint immer schwieriger zu werden, so „richtige“, nachahmenswerte Vorbilder und Beispiele zu finden, denn sich vor der Aufgabe zu drücken und die Verantwortung abzugeben, gehört fast schon zum „guten Ton“ in der Gesellschaft. Kaum einer fühlt sich noch zuständig, die wenigsten halten sich bzw. sind dazu fähig, anderen durch ihre Lebensführung ein Beispiel zu geben oder als Vorbild zu wirken. Jeder wettert zwar gegen den Verfall von Kultur, Moral, Anstand, Sittlichkeit und dem Verlust von Werten, aber niemand will sich dafür einsetzen. Viele beklagen den Untergang der Weisheit, die Verdrehung der Wirklichkeit, die Umdeutung der Wahrheit, aber sind selbst nicht bereit dazu, sich dafür einzusetzen, dass es nicht so bleibt, wie es ist. Was soll also der zukünftige Mensch noch glauben, wenn der heutige Mensch seinen Glauben verleugnet? Worauf er seine Hoffnung setzen, wenn ihm heute schon keine mehr gemacht wird? Wie soll er die Liebe kennenlernen, wenn sie ihm heute oft nur mehr als Mittel zum Zweck vorgelebt wird? Wie soll er die Wahrheit erkennen, wenn man sie heute schon so oft verdreht hat, dass man gar nicht mehr wirklich weiß, was Wahrheit ist? Wie soll er die Wirklichkeit von der Falschheit unterscheiden lernen, wenn heute bereits alles so vermischt wird, um es sich „einfacher“ zu machen? Wie soll er Gott noch ehren und verehren können, wenn er heute schon kaum mehr in den Gedanken der Menschen eine Rolle spielt? Wir sollten uns ernsthaft darüber Gedanken machen, was wir der nächsten Generation mitgeben, denn wir legen heute schon den Grundstein für die Zukunft der Welt und der ganzen Menschheit. Wir sollen „gute Verwalter“ sein, und sollten uns deshalb auch fragen, ob wir das überhaupt noch sind, und was wir JETZT daran ändern müssen! Es ist unsere Verantwortung, und dafür werden wir auch Rechenschaft abzulegen haben! (BOG)

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