Auch heute gibt es in jeder Gemeinschaft

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Auch heute gibt es in jeder Gemeinschaft, in jeder Vereinigung, in jeder Verbindung unter Menschen, kleinere und größere Reibereien, die im Normalfall nichts bedeuten und genau so schnell wieder beigelegt werden, wie sie entstanden sind. Der Wille zur Einigkeit und zu Frieden untereinander wirkt oft stärker, als Recht zu haben, seine Meinung durchzusetzen oder seine Ideen verwirklicht zu sehen, vor allem, wenn es um das Wohl und das Ergehen aller geht. Aber es gibt auch andere, die alles durcheinander bringen, die nicht nur reiben sondern zündeln, die Unfrieden in die Gemeinschaft bringen und versuchen, einen gegen den anderen auszuspielen. Solche Menschen wollen nichts verändern, verbessern oder den Aufbau fördern, sondern oft nur mit Absicht zerstören, Eifersucht und Hass schüren, Verbindungen trennen, Einigendes lösen, und es sind ihnen auch alle Mittel recht, selbst Unwahrheiten und Lügen. Solche Menschen und Situationen gab es nicht nur „früher“, sondern ist von zeitloser Aktualität. Gegen solche Menschen wendet sich die Schrift immer wieder mit ganzer Schärfe. Es gibt in jeder Gemeinschaft, Verbindung oder Vereinigung, also auch in Kirche und Religion, Strömungen, die ihr Heil von Ritualen abhängig machen, denen das Einhalten strenger Regeln und moralischen Hochleistungen wichtiger ist, als der Glaube, und die Erwartungen an andere stellen, die sie oft selbst nicht bereit sind zu erfüllen, aber dennoch danach bewerten und beurteilen. Es sind dies Menschen, die der Pflege eines rigorosen Konservativismus und Traditionalismus frönen, nicht mit der Zeit gehen, ewig „gestrige“ bleiben, und dadurch oft auch brandgefährlich sind. Menschen, die sich nur selbst behaupten wollen, koste es, was es wolle, ohne Rücksicht auf andere, und ohne auf die Folgen ihres Handelns zu schauen. Gerade in der kirchlichen Gemeinschaft ist gegenseitiges Vertrauen, gemeinsamer Glaube, verbindende Hoffnung und einigende Liebe überaus wichtig und wertvoll. Das ganze Leben, Gegenwart und Zukunft, in die Güte und Barmherzigkeit Gottes hineinfallen lassen zu können, ist für jeden ein „Gewinn“. Bei dieser Art von „Gewinn“ läuft man aber Gefahr, stolz auf sich selbst zu blicken und abfällig auf die anderen. In Wirklichkeit aber, sollte man nicht auf sich selbst schauen, sondern auf Gott. Die Erkenntnis Gottes übertrifft das Gesetzesdenken bei Weitem, und die innere Vertrautheit mit ihm, dessen Einstellung und Verhalten, macht Gemeinschaft erst wirklich möglich. Dank dieser geschenkten Verbindung, kann man den Geist Gottes auch in sich aufnehmen, wirken und ausstrahlen lassen, und sich in seinem Sinn verhalten. Man fragt dann nicht mehr: Was will ich und was sehen Regeln, Gesetze und Normen vor? sondern: „Was will Gott und was würde er tun?“ Diese Frage sollten sich eigentlich alle stellen, die in der Gemeinschaft der Kirche stehen, Verantwortung tragen und die Einheit suchen! (BOG)

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