Nicht in der Flucht, sondern im Einsatz findet der Mensch

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Bischof Oliver Gehringer

Nicht in der Flucht, sondern im Einsatz findet der Mensch die Gemeinschaft mit seinem Herrn. Ein klare Aussage, die immer wieder auf den glaubenden und gläubigen Menschen, den Christen, gerade in der heutigen, überaus aufbruchreichen Zeit und Gesellschaft mehr als nur zutrifft. Damit ist aber nicht das Flüchten von Gefahren und der Verfolgung, in viel zu vielen Ländern dieser Erde gemeint, sondern die „Flucht“ aus der Verantwortung in der Gemeinschaft der Kirche. Es ist heute leichter denn je, auf bzw. über eine Gemeinschaft zu schimpfen, sich über sie lustig zu machen, sie abzuwerten oder sie zu verlassen, aber wirklich ändern wird es die Gemeinschaft nicht. Aufbauen, umbauen oder zum Guten hin wenden, kann man nur dann auch etwas, wenn man „drin“ ist, sich aktiv dafür einsetzt und tut, was man kann, um die gegenwärtige Situation zu verbessern. Das ist nicht nur in der kirchlichen Gemeinschaft so, sondern in allen Bereichen menschlicher Verbindungen und Vereinigungen, aber gerade in der Kirche hat es einen besonderen Wert. Kirche ist nicht bloß das äußere Zeichen einer gewachsenen Struktur innerhalb einer Institution, sondern das Volk Gottes. Zur Kirche gehört jeder getaufte Mensch, der sich als Christ bezeichnet und im Glauben an Gott aufgewachsen ist, dem wesentliche und wichtige Werte vermittelt wurden, und der sich, zumindest einmal in seinem Leben, von der Liebe Gottes berührt weiß. Christus wird nicht nur durch das Wort verkündigt, das wäre zu wenig und, vor allem nicht ansprechend genug, sonder er soll auch durch den vorbehaltlosen Einsatz, durch das eigene Leben, durch den gelebten Glauben, durch das gläubige Verhalten und die christliche Einstellung im Umgang mit anderen, den Menschen nahe gebracht werden. Nur leider scheint es, gerade auch in der heutigen Zeit und Welt, in der jetzigen Gesellschaft so zu sein, dass der aus der Gemeinschaft flüchtende Mensch, durch die Enttäuschung von Menschen in der Kirche, auch seinen Glauben hinter sich lässt. Und dem gilt es, im Glauben, durch dir Hoffnung und in der Liebe entgegenzuwirken. Gott sein dank, gibt es auch noch andere Gemeinschaften, in denen der Glaube so gelebt (nicht praktiziert!) wird, wie es dem ursprünglichen Auftrag entspricht. Wo Kirche noch wirklich Gemeinschaft der Menschen ist, wo es nicht um Zahlen und Ziffern, sondern um die gelebte und lebendige Verkündigung geht, um den Einsatz jedes Einzelnen, um das Offensein für jeden, ganz egal wie seine bisherige Lebensgeschichte auch gewesen ist. Und in der, selbst wo der Mensch sich in seinem Leben hin- und hergezogen erlebt, Christus die lebendige Mitte ist uns bleibt. In solchen Gemeinschaften kann man sich aktiv mit den Menschen an einen Tisch setzen, und offen über die Mitte ihres Lebens und die Mitte des eigenen Lebens sprechen, darüber, was das Wichtigste und Entscheidende im Glauben ist, ohne Angst zu haben, deshalb ausgeschlossen zu werden. Gott lädt in Christus den Menschen ein, an seinem Reich mitzubauen. Man braucht eigentlich diese Einladung nur anzunehmen, aber „Flucht“ davor, ist nicht der richtige Weg! (BOG)

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