Manchmal passieren sehr seltsame Dinge

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Bischof Oliver Gehringer

Manchmal passieren sehr seltsame Dinge, wenn den Menschen klar wird, dass Gott existiert. Man sollte meinen, es macht sie glücklich und gibt ihnen Hoffnung. Aber dafür wollen sie ihn nicht. Sie wollen einfach jemanden, den sie die Schuld geben können, für ihr eigenes Versagen, für ihre eigene Unzulänglichkeit, für ihr eigenes Fehlverhalten, für ihre eigenen Irrtümer und Fehlentscheidungen, und für vieles, vieles mehr. Solche Sprüche, wie: wenn es Gott tatsächlich gibt, warum hat er nicht rechtzeitig eingegriffen, alles wieder gut gemacht, mich vor etwas bewahrt, lässt er Kriege, Not, Elend, Schmerz und Leid zu, warum hilf er nicht bei Katastrophen, Unfällen, dem Chaos in dieser Welt, usw. usw. sind dann keine Seltenheit. Dabei vergessen die Menschen aber meistens, dass sie sich vorher schon dermaßen von Gott entfernt und ihn aus ihrem Leben ausgeschlossen haben, ihn zur Gänze abgelehnt und seine Liebe ignoriert haben, und sie trotz der vielen unzähligen Zeichen und Wunder seiner Nähe nicht glauben konnten oder wollten. Und sie vergessen, dass sie für alles, was geschehen ist, selbst die Verantwortung und die Konsequenzen zu tragen haben, weil sie es meistens auch verursacht, bzw. es nicht verhindert haben. Gott ist nicht der „Putzmann“ für den Müll, den Menschen anrichten und sich dann angewidert davon abwenden. Er ist nicht der „Saubermacher“ hinter der ach so tollen menschlichen Wegwerfgesellschaft, die sich damit rühmt, Gott nicht zu brauchen. Und er ist auch nicht der „Sündenbock“ für das Leid, den Schmerz und die Not, die der Mensch sich selbst und anderen antut. Wenn sich Gott dann zu erkennen gibt, dann wird statt Freude, mit „Dreck“ um sich geworfen, und er wird mit den ganzen Mist menschlicher Existenz zugekübelt. Von Hoffnung keine Spur, von Dankbarkeit für das Leben ebensowenig. Von Einsicht und Erkenntnis der eigenen Schuld gar nicht zu reden. Der Mensch macht es sich leicht und sich selbst und einander damit umso schwerer. Jeder sieht nur mehr was er sehen will, ist in seiner eigenen Wirklichkeit und subjektiven Wahrnehmung gefangen, hält sich sowieso für gut, und meint weder der Vergebung noch der Umkehr zu bedürfen. Und es gibt auch einige, die über Gott bestimmen wollen, und die ihm vorschreiben möchten, wie er sich zu verhalten hat. Das Seltsamste dabei ist aber immer noch, dass Gott die Menschen noch nicht aufgegeben und sie ihrem selbstgewählten Schicksal überlassen hat, sondern sich immer noch in Treue um sie sorgt, sich um sie kümmert, und nicht damit nachlässt, ihnen seine unbedingte und bedingungslose Liebe zu schenken. Vielleicht braucht es doch eine Abwesenheit Gottes, für eine bestimmte Zeit, damit die Menschen wieder zur Besinnung kommen und merken, was sie so gedankenlos in ihrer Überheblichkeit abgelehnt und damit verloren haben. Nur, wo führt das alles noch hin, wenn mit Gott auch die Liebe, die Zuversicht, die Hoffnung und die Barmherzigkeit sich von den Menschen entfernt? Das hat wohl keiner in seinem Egoismus bedacht. Gott ist die Liebe und er ist in dieser Liebe für den Menschen entbrannt, er ist gutmütig und gütig, aber man darf nicht den Fehler begehen, seine Gutmütigkeit und Güte auszunutzen, oder ihn für Dumm zu verkaufen. Denken wir doch einmal ganz scharf nach, wie wir reagieren würden, würde es uns so ergehen, und dann nehmen wir alle unsere Sinne wieder zusammen und machen eine Kehrtwende zu ihm zurück! Er kommt uns entgegen, und wenn wir schon sonst nicht glauben, dann sollten wir wenigstens darauf vertrauen! (BOG)

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