Christ sein bedeutet: untereinander, miteinander und füreinander

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Christ sein bedeutet: untereinander, miteinander und füreinander so zu leben, wie es dem Leben Christi entspricht, das heißt in seinem Sinn, auf seine Art, ihm ähnlich, und, soweit es geht, wie er! Das ist gut, einleuchtend, nicht immer einfach, aber dennoch auch heute noch machbar. Trotzdem tun sich Menschen, Christen, damit extrem schwer, und oft ist außer der Bezeichnung „Christ“ nicht viel von einer „christlichen Gesinnung“ zu erkennen! Vielleicht liegt es auch daran, dass sich die wenigsten Menschen wirklich bewusst damit auseinander setzen, was ein Leben im Sinne Christi bedeutet und wie man es konkret im eigenen Leben umsetzen kann. Es heißt so viel wie: sich nicht einschließen, abkapseln und andere ausschließen, denn der Mensch ist zur Gemeinschaft berufen, und die will auch gelebt sein; sich nicht verrennen in den eigenen Sorgen und Problemen, so groß oder klein sie auch sein mögen, denn es gibt für alles eine Lösung, wenn man sie auch finden will; sich nicht verlieren in den eigenen Freuden, denn das macht überheblich und unnahbar, oder in den eigenen Leiden, denn das verleitet zum Selbstmitleid, zum Klagen und Jammern; den anderen nicht aus dem Blick verlieren, denn man lebt ja nicht allein. Es heißt die Fenster aufzustoßen und die Türen zu entriegeln, nicht eng und ängstlich auf den eigenen Anteil und den eigenen Vorteil zu achten, nicht nur bekommen zu wollen, sondern auch geben zu können, auch auf den anderen zu sehen und in ihm die Schwester, den Bruder zu erkennen, und auch einmal dem anderen den Vortritt zu lassen, im eigenen Herzen, im Denken und Handeln. Im christlichen Sinne zu leben, bzw. als Christ zu leben, bedeutet von Christus zu lernen, was Menschsein heißt. In der Person Jesu versetzte sich Gott in die Rolle des schwachen, leidenden Menschen. Das ist eine neue, radikal andere Gottesvorstellung. Er legte eine Liebe an den Tag, die viel stärker war als der Tod, ein Vertrauen, das nicht zuschanden wurde. Wer zu ihm aufblickt, durchbricht zusammen mit ihm das Kreuz, und er erfährt Gott nicht als den gnadenlos Prüfenden und strengen Richter, sondern als den barmherzig Mitleidenden, als den Erlösenden, und als Retter. Im Menschen Jesus ist uns der unsichtbare, ferne Gott ganz nahe gekommen. Jesus hat in dieser unserer Welt das sichtbar gemacht, was in der Ewigkeit Gottes das Wesen und Leben des Sohnes ist: die ganze, ungeteilte Hinwendung zum Vater. So kann man (sollte man) als „Christ“ auch leben und sein Leben gestalten! (BOG)

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