Der Lärm der Stadt ist ohrenbetäubend

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Der Lärm der Stadt ist ohrenbetäubend, das künstliche Licht in den Metropolen macht die Nacht zum Tag, alles bewegt sich, alles ist in Bewegung, aber dennoch nur Stillstand, Trägheit und Stagnation, wohin man schaut. Der Straßenverkehr übertönt das Rauschen des Windes, das Singen der Vögel, das Zirpen der Grillen, das Lachen der Kinder. Das Neonlicht stiehlt einem den Blick auf die Sterne, auf die unendliche Weite des Himmels, nimmt einem die Herrlichkeit eines aufgehenden Morgens. Der Mensch ist immer und überall in Bewegung, aber er bewegt nichts mehr, er ist nur mehr unterwegs, aber kommt niemals an, er läuft ohne Ende, aber ohne Ziel. Der Mensch macht sich über alles und jeden Gedanken, nur nicht über sein eigenes Leben, denn es scheint so, als müsste er nur noch funktionieren, um in einer Welt zu bestehen, die dem Leben keine Chance mehr gibt. Träume sind unerwünscht, Fantasien nicht gewollt, Visionen ausgeblendet, alle reden aber keiner hat was zu sagen und niemand hört mehr zu. In dieses Chaos hinein, dass der Mensch selbst verursacht hat, bricht Gott sein Schweigen, in die Dunkelheit der Existenz sendet Gott sein Licht, in die Finsternis des Herzens gießt Gott seine Liebe aus, die Ferne des Menschen wandelt Gott in Nähe und lässt jeden seine Gegenwart spüren. Gott ist nicht „tot“, auch wenn viele das meinen, er ist lebendiger als man sich vorstellen kann, er ist das Leben für alle, die das Leben suchen. Gott braucht keine steinernen Tempel um seine Anwesenheit zu zeigen, sondern will in den offenen Herzen der Menschen seinen Tempel errichten, damit sie sich wieder an das Wesentliche und Wichtige erinnern, sich auf das Leben und die Liebe besinnen, bereit sind, die Schönheit der Schöpfung und aller Geschöpfe zu erkennen. Gott ist das Licht der Welt, und er lässt seine Herrlichkeit über ihr aufstrahlen, damit der Weg wieder sichtbar wird, der zum Leben führt. Es ist die österliche Leuchtkraft auf die wir vertrauen dürfen, „O Aufgang, Glanz des ewigen Lichtes, Sonne der Gerechtigkeit: komm, erleuchte uns, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes!“ (BOG)

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