Gott, der nicht mit kurzfristigen, schnellen Erfolgen

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, der nicht mit kurzfristigen, schnellen Erfolgen um Wählerstimmen von uns buhlen muss, indem er zeigt wie schnell er in das aktuelle Geschehen machtvoll und wirkmächtig eingreift, auch wenn uns viele Entwicklungen ganz und gar nicht gefallen, segne uns, und gebe uns das Vertrauen in seine Weisheit und Güte zurück, das wir offensichtlich verloren haben.

Er mache uns bewusst, dass er nicht einfach alles laufen lässt, was sich in uns und in der Welt scheinbar verselbstständigt hat, sondern beobachtet wie wir uns verhalten, uns darin entwickeln, was wir aus den Situationen lernen, und wie wir damit umgehen, was wir selbst verursacht haben.

Er lasse uns erkennen, dass er dennoch Nachsicht mit uns hat und auf uns wartet, auch wenn wir in unserer Ungeduld uns von ihm abwenden, und den neuen „Göttern“ folgen, weil er uns eben doch weit besser kennt, als wir uns selbst, und deshalb auch weiß, wie wir auf Veränderungen und Neuerungen reagieren und wann wir wieder zu unserem ursprünglichen Weg zurückfinden.

Er lasse uns begreifen, dass er auch dann wirkt, selbst wenn wir es nicht verstehen, er auch eingreift, selbst wenn wir es nicht sehen, und er korrigiert, selbst wenn wir nichts davon wahrnehmen können, denn er liebt uns viel zu sehr, und will uns nicht in unser Verderben laufen lassen, sondern uns retten.

Er mache uns bereit, den Spuren der heilsgeschichtlichen Befreiungserfahrung zu folgen, nicht länger unachtsam mit uns selbst und anderen umzugehen, sondern unsere Herzen auf ihn hin auszurichten, unsere Unbeständigkeit durch seine treue Fürsorge zu überwinden, damit wir unsere Sinne wieder schärfen für seine Liebe und Güte.

Er segne uns, wende sich uns zu, und lasse uns sicher sein, dass am Ende seine Gerechtigkeit über unser Unrecht siegt.

Er segne uns, mit Worten des Lebens und in Gesten der Versöhnung, durch eine frohe Gemeinschaft und festlichen Lobpreis, in geschwisterlicher Zuwendung und liebevollem Dienst, damit wir am Aufbau seines Reiches mitten unter uns mitwirken.

Er segne uns, und lege seine Barmherzigkeit auf uns, so geduldig, wie eine Mutter ihr Kind tröstet, so zuverlässig, wie ein Hirt seine Herde weidet, so zärtlich, wie Verliebte einander umarmen, so freundlich, wie Kinder miteinander lachen.

Er segne uns, stärke unseren Glauben, nähre unsere Hoffnung, lasse unser Vertrauen wachsen, und mache unser Herz von Liebe brennen, damit wir selbst zum Segen werden.

Allen Freunden, einen gesegneten neunzehnten Sonntag im Jahreskreis (zwölfter Sonntag nach Pfingsten, elfter Sonntag nach Trinitatis) am Gedenktag des Heiligen Xystus II und Gefährten, des Heiligen Kajetan, und des Heiligen Altmann!

+Bischof Oliver Gehringer

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