Zuhören, Erfassen, Verstehen und Begreifen

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Zuhören, Erfassen, Verstehen und Begreifen, ist mehr als Hören. Und es ist die schwerste und schwierigste Übung, die der Mensch zu vollbringen hat. Denn er hört nicht, um auch zu verstehen, sondern meist nur, um zu antworten. Das ist nicht nur untereinander so, im zwischenmenschlichen Kontakt,sondern auch in der Verbindung mit Gott. Das ist aber auch nichts Neues, schon die biblische Geschichte weiß davon zu berichten und zeigt sehr deutlich, dass in der Kommunikation ein enormer Nachholbedarf vorhanden ist. Gott wirbt um das Ohr und vor allem auch um Herz des Menschen, denn hören alleine, reicht nicht aus, um auch verstehen zu können. Der Mensch ist nur bedingt willig, beim Hören eines Wortes, das ihm kritisiert, gerade nicht als Antwort passt, oder generell gegen den Strich geht, zum Zuhörer zu werden, also seine Sinne ganz darauf auszurichten, das Gesagte auch richtig zu verstehen! Man kann das sehr häufig in Politik und Medienwelt erleben, dass Äußerungen bewußt falsch verstanden, verzerrend wiedergegeben, konträr interpretiert, und dann mit heftiger Polemik beantwortet werden. Das führt aber nur selten zur Lösung, sondern nur zur Verschärfung von Problemen, oder schafft sogar ganz neue. Mitunter ist das auch der Grund für heftige Auseinandersetzungen und wilde Streits, bis hin zu Entzweiungen, Spaltungen und Trennungen. Bevor wir uns selbst als Propheten oder Diener für Welt und Kirche ansehen, sollten wir vorher sehr genau überlegen und bedenken, ob wir einerseits so hören können, dass es ein Zuhören genannt werden kann, und ob wir zwischen unseren persönlichen Programmen und dem Ruf des Evangeliums zu unterscheiden wissen. Nur dann kann unsere Gesellschaft und Kirche offen sein für das dringend benötigte prophetische Reden in unserer Zeit! Gott wirbt um das Ohr und das Herz des Menschen, wir sollten ihm beides zuwenden, denn nur in Kombination können wir auch verstehen, was er uns zu sagen hat und sagen will! (BOG)

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