Gott redet den Menschen an und lässt aber auch mit sich reden.

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Gott redet den Menschen an und lässt aber auch mit sich reden. Er ist nicht stur und auch nicht wankelmütig, denn was er sagt, das gilt schon und hat auch Gewicht. Dennoch wiegt seine Liebe für den Menschen, seine Barmherzigkeit und seine Leidenschaft weit mehr. Die biblische Geschichte ist voll von solchen Erfahrungen, und lässt einen Gott erkennen, der sogar gerne mit sich reden lässt, weil er den Dialog mit dem Menschen sucht, wenn der Mensch auch bereit ist, zuzuhören, aber nicht um gleich eine Antwort oder Ausrede zu formulieren, sondern um zu verstehen und zu begreifen. Alles, was Gott gesagt, gemacht oder getan hat, und auch weiterhin tut, hat Sinn, und steht auch nicht zur Frage, denn er will mit dem Menschen und bei den Menschen sein, und unter ihnen wirken. Aber leider hat der Mensch verlernt, auf Gott zu hören, ihm zuzuhören, sein Herz für seine Botschaft zu öffnen, und der Seele Raum zu geben, um zu verstehen und mit Worten der Liebe zu antworten. Und doch gab es, und gibt es, immer wieder Menschen, die sehr genau hören und ebenso gut verstehen, was Gott will und zu sagen hat, wenn er mit dem Menschen redet. Auch das kann man in der biblischen Geschichte nachlesen. Es sind Menschen, die selbst schon erfahren haben, dass Gott mit redet und mit sich reden lässt. Sie setzen sich für andere ein, reden Gott an, appellieren an seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, und sprechen Herzensworte der Liebe. Solche Menschen nannte man früher „Gerechte“, weil sie anderen Rechte zugestehen und sich dafür einsetzen. Man kann heute wohl kaum mehr beurteilen, ob andere gerecht sind. Das Urteil steht nur Gott zu. Aber man kann für andere eintreten und ihnen Rechte zugestehen. Man kann Situationen sehen in dieser Welt, in der so schrecklich viel im Argen liegt durch menschliche Schuld und menschliches Versäumen, und mit Gott reden, bittend und betend. Betendes Ringen mit Gott vermag viel, damals wie heute. Und um bzw. für oder mit einen andern Menschen betend mit Gott zu reden, dabei sowohl Gott wie auch den Menschen und seine aktuelle Not ehrlich und unbeschönigt wahrzunehmen, das geht auch heute noch! Wir sollten wieder anfangen, mit Gott zu reden, und nicht dauernd nur über ihn! (BOG)

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