Der Glaube kann nicht, und Religion darf nicht politisch sein!

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Bischof Oliver Gehringer

Der Glaube kann nicht, und Religion darf nicht politisch sein! Denn Politik, wie gut oder schlecht sie auch ist, ist immer auch eine menschlich-weltliche Macht, die, verliehen oder übertragen (manchmal auch geraubt!) nur „geliehen“ ist, zeitlich und örtlich begrenzt, ohne dauerhaften Bestand. Politik ist nun einmal „Menschenmacht“, und sie ist „endlich“. Das ist eine einfache Wahrheit, und doch scheint es unendlich schwer zu sein, sich ihr zu öffnen. Vor allem dann, wenn man selbst Macht besitzt (oder es zumindest glaubt!); wenn man einmal die unterwürfige Ergebenheit der anderen gespürt, und wenn man es sichtlich auch genossen hat, dass sich schwer gesicherte Türen lautlos öffnen, oder der Aufzug nur für einen anhält. Wenn man einmal der Versuchung erlegen ist, und erlebt hat, wie weit man gehen kann, ohne aufgehalten zu werden, wenn man dieses Gefühl der Macht nicht mehr kontrollieren kann, sondern beginnt es für sich selbst und die eigenen Zwecke zu nutzen oder zu missbrauchen, dann hat man den Weg des Lichts bereits verlassen, und sich den Weg der Dunkelheit zugewendet. Nicht nur die biblische Geschichte ist voll von solchen Erzählungen, sondern auch die Menschheitsgeschichte zeigt immer wieder deutlich, wie sehr Macht, egal in welchen Händen sie sich befindet, korrumpiert, und absolute Macht, korrumpiert absolut. Auch die Kirche(n), als Vertreter der Religion und Bewahrer des Glaubens, hat sich immer wieder, und teilweise auch heute noch, der weltlichen Macht verschrieben, macht Politik, oder ist politisch aktiv, oder mischt sich in die Tagespolitik nur insofern ein, als sie sich einen Vorteil davon verspricht, und vergisst meist dabei auf ihre Kernkompetenzen: Glaube, Hoffnung und Liebe. Wohin solche „Machtbeziehungen“ bislang geführt haben, ist hinlänglich bekannt, und bis heute noch sind die Auswirkungen dieser „Machtspielchen“ zu spüren. Dem Größenwahn entgeht wohl kein „Großer“. Wer aber diese eine Wahrheit vergisst, dass alle Macht der Welt ein „Lehen“ ist, wer sie für sein Privateigentum hält, für angeboren oder für ein gutes Recht, der lebt in der Lüge und ist ein Sklave seiner „Macht“. Glaube und Religion sollten sich auf die „Macht der Liebe Gottes“ konzentrieren, und nicht auf die „Liebe zur Macht der Welt“! (BOG)

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