Gottes Volk ist untreu geworden

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Gottes Volk ist untreu geworden, in Gedanken, mit Worten und in Werken, es baut nur mehr Altäre um den „neuen Göttern“ zu huldigen: Macht, Ansehen, Ruhm, Besitz, Habe; schafft sich glänzende Götterbilder der eigenen Eitelkeit, und ist nicht bereit, sich läutern zu lassen. Wohin soll das nur führen? In die Irre, wie man sehen kann, bzw. wieder dorthin zurück, woher es einst gekommen ist: in die Gefangenschaft der Unfreiheit, der Sklaverei und Abhängigkeit von materiellen Dingen, in die Wüste der Einsamkeit, den Raum der Öde und der Entbehrung von Gefühl und Mitgefühl. Dort, in der Wüste, muss sich Gottes Volk der Konfrontation mit sich selbst stellen und geläutert bereit werden zur Umkehr. Es klingt dramatisch, aber scheinbar braucht Gottes Volk, die Menschheit im Allgemeinen, der Mensch als Einzelner, immer wieder Wüstenorte, um die Gotteserfahrung und seine Nähe schätzen zu lernen, bzw. das Fehlen solcher Erfahrung und spürbarer Nähe zu vermissen. Der Mensch hat sich schon so daran gewöhnt, dass Gott immer da ist, einem seine Liebe und Zuneigung schenkt, sich immer um einen sorgt und kümmert, sodass er nichts mehr „besonderes“ daran findet, sondern es als selbstverständlich betrachtet. Aber Gott ist nicht „selbstverständlich“, er ist nicht „gewöhnlich“, und schon gar nicht jemand, den man aus Gewohnheit vergessen kann. Was also tun, wenn der Glaube zur „Frömmigkeit“ ohne tieferen Sinn, zur „Frömmelei“ ohne Inhalt verkommt, und droht im Überangebot und der Versuchung der Welt unterzugehen? Gott fängt mit seinem Volk wieder von vorne an. Erst heraus aus der Sklaverei der eigenen Begierden, dann durch die Wüste um die Eitelkeit abzulegen, um schließlich wieder im“gelobten Land“ anzukommen. Zwar wird es heute anders sein, als damals, aber es wird in etwa so auch wieder ablaufen, denn nur dann wird der Mensch verstehen, was er durch sein eigenes Verhalten gedankenlos aufs Spiel gesetzt hat. Gott ist und bleibt treu, selbst wenn der Mensch untreu geworden ist, er wendet sich nicht von seinem Volk ab, auch wenn es sich von ihm abwendet. Gott will sein Volk aufwecken und aufrütteln, damit es erkennt, wie falsch es sich verhält, und wie sehr riskant ihr Tun ist, alles was es je erhalten hat aufs Spiel zu setzen,und eventuell mehr zu verlieren, als es ahnt. Heute sind wir Gottes Volk, und es betrifft auch uns. Wir sollten eher schon die „Notbremse“ ziehen, und umkehren, bevor wir mit Vollgas in den Abgrund unserer eigenen Untreue rasen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden! (BOG)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s