Jüngerschaft, Berufung, Nachfolge, drei große Themen

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Bischof Oliver Gehringer

Jüngerschaft, Berufung, Nachfolge, drei große Themen in der biblischen und christlichen Geschichte die bis heuten ebenso aktuell sind, wie sie zur Zeit des Alten Testaments, wie auch in der Zeit Jesu, und zur Zeit der Urgemeinde(n) waren. Es ist schön, wenn alle drei Bereiche sich in einem Weg miteinander verbinden, aber es ist nicht immer zwangsläufig so. Jüngerschaft: heute meistens jene, die zwar „dazugehören“ und mitgehen, die auch mal kleinere Dienste und Aufgaben übernehmen, aber sich sonst eher zurückhalten, und mehr zu den Zuhörern, zu den „Lassern“ als zu den „Machern“ gehören. Jüngerschaft ist wichtig, denn sie ist die treue Basis jeder Gemeinschaft, aber sie braucht Leiter, Begleiter, Wegbereiter, damit sie ihr volles Potential entwickeln kann. Berufung: das ist eine Sache mit besonderem Charakter, nicht zu verwechseln mit „Beruf“, denn das sind zweit ganz unterschiedliche Begriffe mit unterschiedlichen Bereichen, zwei „Paar Schuhe“, die zwar Ähnlichkeiten aufweisen, aber nicht miteinander getragen werden können. Wer berufen ist und sich berufen fühlt, der hat schon einen gewaltigen Weg hinter sich, aber auch noch vor sich, der hat den Schritt zur Selbsterkenntnis gewagt, der steht nun vor der größten und wahrscheinlich auch vor der schwersten Entscheidung seines Lebens, die einfach auch alles verändert. Wer berufen wurde, der übernimmt, sehr bewusst und ohne Angst vor Konsequenzen, die Verantwortung für sich selbst und für andere, dem hat sich der Geist geöffnet und er hat ein besonderes Verständnis für Schrift entwickelt, der er sich auch verpflichtet fühlt. Das muss nicht unbedingt der Weg der apostolischen Nachfolge sein, sondern kann sich in verschiedenen Diensten und Ämtern, ohne Weihe, äußern. Nachfolge: alle, die im Dienst Gottes stehen, die sich erinnern, was an ihnen von Gott getan wurde, umgeben mit seinem Schutz und Segen, eingehüllt in seine Wirklichkeit, in seine Vollmacht und Wirkkraft, innerlich angespornt durch den Heiligen Geist, bereit, von allem bisher Wichtigen im Leben Abschied zu nehmen, um entschiedener, ganz und gar, mit Leib und mit Seele, mit Herz und Verstand, im Namen Gottes unterwegs zu sein, die Sakramente zu spenden die Schrift auszulegen, anderen Leiter und Begleiter zu sein und den Weg zu bereiten, damit ein jeder in das Reich Gottes eintreten kann. Manchmal gehen Jüngerschaft, Berufung und Nachfolge Hand in Hand, meistens jedoch nicht. Das ist auch nicht weiter schlimm, und muss auch niemanden beunruhigen, denn es ist ja der gleiche Weg, in die gleiche Richtung, nur mit unterschiedlichem Tempo! Nur Gott weiß, wozu wir befähigt sind, und er bestimmt auch den Zeitpunkt des Losgehens. Darauf darf man getrost vertrauen! (BOG)

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