Schreckliche Bilder erreichen einem fast täglich

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Schreckliche Bilder erreichen einem fast täglich aus den vielen Krisengebieten der Welt. Krieg, Zerstörung, Vertreibung, Flucht, Hunger, Leid, Schmerz, Elend, Not und Tot, es gibt keine Worte, die das Geschehene beschreiben und dem Schrecken dahinter Ausdruck geben können. Und dennoch, auch heute noch wird dieses Ereignis als „Strafe“ Gottes für begangene Untreue ihm gegenüber gesehen, bzw. von den führenden Eliten religiöser Autoritäten so genannt. Alleine das ist schon etwas Schreckliches für sich. Es kann nicht wirklich ernsthaft darüber nachgedacht werden, ob all dieses Elend die Folge von Untreue gegenüber Gott sein kann. Es ist die Folge von Unmenschlichkeiten, von der Grausamkeit der Mächtigen, die über andere herrschen möchten, die im anderen nicht den Geschwister sehen. Es ist die Folge vom Wegschauen der Vielen im Rest der Welt, und dem Nichtstun derer, die im Krieg und der Zerstörung nur das Geschäft sehen, aber denen menschliches Leid nicht tangiert. Ohnmächtig steht man dabei, sieht auf den Schaden, den Menschen einander beibringen, hört die Klage der Vertriebenen, das Schreien der Opfer, und ringt um Worte der Tröstung und Heilung, um Worte des Verstehens und Begreifens. Aber die Zerstörung ist tief und unendlich wie das Meer. Was einem noch bleibt, ist die Ermutigung, Gott in den Ohren zu liegen, ihm das Leid zu klagen und für jene zu flehen, die am wohl wenigsten für all das Verantwortung tragen. So lange Klage geschrien wird, ist der Mensch mit Gott in Verbindung, wendet er sich ihm zu, fragt er und ruft, er möge sich doch zeigen. In unserer Ohnmacht und der Hilflosigkeit des nicht helfen können, dürfen und können wir doch etwas Wesentliches und Wichtiges tun, indem wir füreinander eintreten vor Gott, für die Stummen die Stimme erheben, für die Lautlosen laut werden, für die Kraftlosen Stärke beweisen, Menschlichkeit zeigen und leben, einander trösten, ermutigen, und Hoffnung in allem Unglück säen! Das ändert vielleicht nicht die Situation der Vielen, aber vielleicht die eines Einzelnen, und wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt! (BOG)

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