Auch heute sind Christen-Menschen

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Auch heute sind Christen-Menschen, manchmal sogar stärker als früher, herausgefordert, sich mit anderen Religionen, Konfessionen und Glaubenslehren auseinanderzusetzen. Sie sind mit ihren Einflüssen konfrontiert, die sich auf vielfältige Weise im Zusammenleben bemerkbar machen, und müssen dabei sehr aufpassen, in einer „Multi-Kulti“ Gesellschaft, nicht die eigene Glaubensidentität zu verlieren, oder so sehr zu vermischen, dass dann nicht wirklich etwas sinnvolles dabei herauskommt. Es ist die bleibende Herausforderung, die Sehnsucht der Menschen nach „Religion“, dem Wunsch nach Sinnfindung, moralischer Orientierung und Welterklärung, ernst zu nehmen, dabei klar die Grenzen des Glaubens zu benennen, den Dialog mit anderen Religionen zu suchen, Verbindendes zu gestalten und zu leben, aber auch Unterschiede aufzuzeigen. Es ist nun einmal nicht alles unter einen Hut zu bringen, auch wenn man sich das noch so sehr wünscht. Unterschiedliche Kulturen prägen nun mal die Menschen, das kann eine Bereicherung sein, aber auch arm machen. Wichtig in den Bemühungen des Miteinander und Nebeneinander, ist aber, dass sich dabei niemand über den anderen erhebt, oder den Anspruch auf alleinseligmachende Wahrheit stellt. Das wäre nicht nur kontraproduktiv, sondern auch das Ende eines jeden Dialoges. Der Mensch muss erst wieder lernen, sich seiner eigenen Religion bewusst zu werden, sie zu kennen und um die Glaubensinhalte Bescheid zu wissen, dann erst kann er auch andere Meinungen und Auslegungen akzeptieren und respektieren, ohne sie zu seinen eigenen zu machen, sonst läuft er nur Gefahr, von allem etwas, und zuletzt nichts zu haben. Das Entscheidende bleibt, dass es ein Gott ist, mit vielen Namen, ein liebender und ansprechbarer, ein dialogischer Gott ist, der zur Freiheit befreit hat, der seine Liebe verschenkt und das Leben in sich trägt, der den Frieden will und zur Einheit in der Vielfalt beruft. Es ist immer wieder neu faszinierend festzustellen und zu erfahren, dass da ein Gott ist, der mich kleinen Menschen in diesem Riesenuniversum sieht, hört und an mir ein Interesse hat. Es tut gut, sich dieses immer wieder neu bewusst zu machen! (BOG)

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