Was wäre bzw. was würde geschehen

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Was wäre bzw. was würde geschehen, wenn sich Gott, zornig geworden über sein Volk, enttäuscht vom ihm abwenden bzw. sich zurückziehen würde? Nicht dass er es tun würde, oder vorhätte es zu tun, aber gesetzten Fall, der Mensch hat sich in seiner überheblichen Art so weit von Gott entfernt, und sich so sehr seinem Wirkungskreis durch eigenes Zutun entzogen, dass Gott beschließen würde, sich entweder ganz, oder zumindest auf eine Zeit von den Menschen zurückzuziehen, und sie ihrem eigenen Tun und Handeln selbst zu überlassen. Es klingt unvorstellbar und provoziert, zugegeben bewusst, ein neues Nach-, und Vorausdenken. Die biblische Geschichte weiß einiges über solche Rückzüge Gottes zu berichten, weil der Mensch einfach nicht aufgehört hat, sich selbst in den Mittelpunkt und über Gott zu stellen, sich dabei angemaßt hat, ihn nicht mehr zu brauchen, auch nicht hören wollte, und sich generell vor ihm verschlossen und von ihm losgesagt hat. Gott hat Geduld, enorme Geduld, aber auch die hat, vor allem dann, wenn sie zu sehr ausgereizt und überstrapaziert wird, auch einmal ein Ende. Damals wie heute, konnten oder wollten sich Menschen das nicht vorstellen, und dennoch ist es geschehen, und es ist durchaus möglich, dass es wieder geschieht. Was bleibt dann eigentlich noch übrig? Was geht dann noch bzw. geht dann überhaupt noch etwas? Was ist dann mit Liebe, mit Hoffnung, und mit Gerechtigkeit? Gibt es dann noch Güte, Mild, Barmherzigkeit, und Vollendung? Ist der Mensch nicht dann so, wie Teilhard de Chardin schreibt: in einer Welt gefangen, in der er ohne Liebe lebt und ohne Würde stirbt? Was geschieht, wenn eine soziale Gemeinschaft, ein Gemeinwesen keine verbindliche Wertegrundlage ihrer Regeln mehr hat? Noch hat die Menschheit das Glück, dass Gott geduldig ist und seine Geschöpfe liebt. Deshalb sucht er den Menschen und seine Nähe. Er ist immer noch der liebende, gütige, barmherzige und befreiende Gott, und er ist der Garant für die Freiheit. Aber, der christliche Glaube ist eben auch gefährdet, denn vieles, was auf ihn zurückgeht, scheint infrage zu stehen. Jeder kann und soll dazu beitragen und auf seine Weise, nach seinen Möglichkeiten und auf seine Art, einen Beitrag dazu leisten, dass der Glaube an Gott als Garant von Einheit, Freiheit und Frieden bewahrt bleibt! Es liegt an uns! Es gibt viel zu tun, also packen wir’s (endlich) auch an! (BOG)

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