Gott, unser Vater, der uns aber ebenso mütterlich behütet

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, unser Vater, der uns aber ebenso mütterlich behütet, der vor ewigen Zeiten begonnen hat, den langen Weg unserer Entwicklung mit uns zu gehen, der mit uns immer noch auf dem Weg ist, und auch bleiben will, wenn wir zulassen, von ihm begleitet und geführt zu werden, segne uns, und lasse uns immer wieder neu, unser Herz ihm zuwenden, und uns für ihn entscheiden.

Er mache uns bewusst, dass der Glaube an ihn und seine Liebe zu uns, kein Relikt einer längst vergangenen Epoche ist, sondern eine lebende und lebendige Beziehung, die von ihm ausgeht und uns im Herzen berühren und bewegen will, wenn wir es wollen und uns darauf einlassen können.

Er lasse uns erkennen, dass die Beziehung zu ihm, wie jede menschliche Beziehung auch, der gegenseitigen Pflege bedarf, denn wenn sie immer nur einseitig bleibt, wird sie bald „selbstverständlich“, verliert ihre Intensität und mit der Zeit auch ihre Kraft, die aber unbedingt notwendig ist, um ihre Wirksamkeit zu entfalten und ihre Glaubenswirklichkeit zu erkennen.

Er lasse uns begreifen, dass wir uns auf seine Treue und Zuverlässigkeit, auf seine Güte und Barmherzigkeit, auch (noch) weiterhin verlassen können, selbst wenn wir uns immer wieder von ihm abwenden, ihn aus unserem Leben ausklammern, oder versuchen, ihn durch etwas anders zu ersetzen, denn noch hat er Geduld mit uns, aber auch die hat einmal ein Ende.

Er mache uns bereit, im Glauben zu wachsen und zu reifen, ihn immer wieder neu für uns kennen zu lernen, uns davon berühren und in Bewegung setzen zu lassen, damit wir eine Ahnung davon erhalten, was und wie er wirkt, was er verändern und erneuern kann, und wie bereichernd und erfüllend es ist, in einem lebendendigen Glauben gebogen zu sein.

Er segne uns, öffne uns die Augen für die Schönheit seiner Schöpfung, öffne uns das Ohr für das Gotteslob aus dem Mund der Alten und der Kinder, und öffne uns alle Sinne für den Reichtum seiner Güte.

Er segne uns, lasse uns festhalten an der Glaubensüberlieferungen der Ureltern, lasse uns orientieren an der Tradition der Frauen und Männer des Glaubens, und lasse uns Erfahrungen seine Nähe machen, damit unsere Glaubensfärbung dem heute entspricht.

Er segne uns, stärke unseren oft schwachen Glauben, nähre unsere oft viel zu schwache Hoffnung, lasse unser geringes Vertrauen wachsen, und entzünde immer wieder die Flamme seiner Liebe in uns neu, damit wir selbst zum Segen werden!

Allen Freunden, einen gesegneten Donnerstag, der elften Woche im Jahreskreis, am Gedenktag des Heiligen Benno!

+Bischof Oliver Gehringer

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