Für einen Gott zu töten

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Für einen Gott zu töten, Rivalen auszuschalten, Putsch und Aufstand gewalttätig durchzuführen, Menschen, Völker, Nationen zu knechten oder zu versklaven, Kriege anzuzetteln oder Terror, Angst und Schrecken zu verbreiten, ist kein Ausdruck von Glaubenstreue oder Gottes-Dienst, sondern irrläufiger Fanatismus und falsch verstandener religiöser Wahn. Selbst wenn es in der biblischen wie in der weltlichen Geschichte immer wieder vorgekommen ist und leider bis heute praktiziert wird, haben solche fatalen Ausprägungen nichts mit Gott zu tun, oder mit ehrlicher, echter Glaubensüberzeugung. So etwas war niemals und wird auch niemals etwas sein, was Gott fordert, denn Gott ist das Leben und die Liebe, der Gott der Lebenden und der Liebenden, der Gott des Friedens und der Friedvollen, der Gott der Hoffnung und der Hoffnungsfrohen, alles andere ist (nur)Menschenwerk. Wenn es auch sehr fremd anmutet, es in der Heiligen Schrift zu lesen, dann sollte man sich auch an die dunkle Vergangenheit des Christentums erinnern, denn das alles gab es auch schon in der christlichen Geschichte (Kreuzzüge, Waffensegnungen im Krieg, Aufruf zur Gewalt im Namen Gottes, Hexenverbrennungen, „Ketzer-Verfolgung“ etc.). Heute geht man im Allgemeinen mit anderen Glaubensrichtungen respektvoller um, aber immer noch gibt es auch unter Christen Politiker, die Ängste schüren und Gewalt verbreiten. In all dem aber, was in der Bibel geschildert wird, geschieht neben dem Unheilvollem auch Heilvolles. Denn in seiner Menschwerdung hat Gott ein für alle Mal ein neues Bild von sich in den Herzen der Menschen geprägt. Dennoch, heute wie damals, ist und bleibt die Gefahr, sich auf Berufung, Ämter und Positionen etwas einzubilden, sodass man nicht mehr davon lassen kann und alles aus dem Weg räumt, was die eigene Macht gefährdet. Das gilt in den kleinen „Königreichen“ bei der Arbeit genauso wie im Großen. Gott aber bleibt der Heilvolle. Er lässt nicht ab von seinen Menschen. Auch wenn diese von ihm abfallen. Der Mensch sollte seine Geduld aber nicht ausreizen, deshalb sollten wir uns alle, ohne Ausnahme, sehr gut überlegen, was und wie wir etwas tun! (BOG)

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