„Nobody is perfect!“

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Der Mensch ist nicht „perfekt“, und muss es auch nicht sein, seine Ecken und Kanten, seine Fehler, Schwächen und Eigenheiten sind menschlich und lassen ihn leben, nicht nur funktionieren. Trotzdem, oder gerade deshalb liebt Gott den Menschen in einem Maß, das alles menschliche Empfinden übersteigt, und lässt ihm seine Güte und Barmherzigkeit angedeihen. Diese Erkenntnis ist aber kein „Freischein“ dafür, unentwegt (bewusst) Fehler zu machen, sich seiner Schwächen zu rühmen und seine Eigenheiten als Entschuldigung für sein Fehlverhalten herzunehmen. Das wäre nicht nur kontraproduktiv, sondern würde auch bedeuten, dass der Mensch nicht lernfähig ist und sich nicht weiter entwickeln kann. Fehler sind zwar da, um gemacht zu werden, aber daraus lernen sollte man auch, vor allem sie zu erkennen, sie einzugestehen und zu korrigieren, macht den Menschen erst zu einem denkenden und wissenden Wesen, und unterscheidet ihn von anderen Geschöpfen. Aber, es fällt oft schwer, vor sich selbst zu bestehen, wenn man einen Fehler erkennt und ihn zugibt – in einer Welt, in der man perfekt zu funktionieren hat bzw. muss, und immer mehr Arbeit von Maschinen übernommen werden, weil sie präziser und genauer funktionieren als Menschen. Das Streben nach „Perfektionismus“ lässt einen nur immer mehr Fehler machen, weil man dann damit aufgehört hat, das Leben in seiner ganzen Fülle zu leben, und Freude daran zu empfinden. Für Gott ist der Mensch so gut, wie er nun einmal ist, und dass er Fehler hat, das gehört für ihn zum Menschsein dazu. Deshalb vergibt er auch die Schuld, und rechnet sie ihm nicht an. Deshalb macht er aber auch immer wieder Neuanfänge möglich, und gibt die Chance auf Umkehr und Neubeginn. Gott vergibt und seine Zusage gilt. Seine Liebe ist es, die den Menschen vor ihm gerecht macht. Diese anzunehmen, heißt auch, anzunehmen, dass er in einem lebt und wirkt. Sich seiner eigenen Würde immer neu bewusst zu werden, ist sein Geschenk. Nicht immer nur auf das zu schauen, was einem nicht gelingt, wo man noch besser werden soll, und noch mehr dem Leistungsdruck hinterherrennen muss, um einen Bild zu entsprechen, das andere von einem haben; sondern sich diesem Geschenk zu öffnen ist die Aufgabe des Menschen. Es gibt in jedem eine größere Wirklichkeit, die wirkt – als Liebe, als Frieden, als Gerechtigkeit, und als Freude darüber, ein geliebtes Kind Gottes zu sein! (BOG)

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