Karsamstag, Tag der Grabesruhe!

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Karsamstag, Tag der Grabesruhe! Da ist Grabesstille! Schweigen! Der Leidende ist nicht mehr zu sehen, das Grab ist verschlossen, das Schreien verstummt, es ist nichts mehr zu sagen. Wenn man sprachlos ist, weil es eben nichts mehr zu sagen gibt, wenn die Stille zu mächtig wird, dann wird man unruhig. Das kann der Mensch nicht gut, denn Wortlosigkeit gilt als peinlich. Dabei sind gerade die Riten rund um das Sterben und Beerdigen gesättigt mit sprechenden Bildern, mit Symbolen und Zeichen, die es erlauben, einfach nur da zu sein und zu schweigen. Aber, die Zeit ist zu laut, zu geschwätzig, zu beschäftigt, als dass die Diskretion der Todessymbolik auch eine Stille, ein gemeinsames Schweigen möglich macht. An Jesu Todestag wurden geschwiegen, die Welt war entsetzt, sprachlos, wortlos, und die, die etwas sagen sollten, hielten den Mund. Auch, als man seiner verzweifelten Mutter den zerschlagenen Leib des gemordeten Sohnes in den Schoß legt. Auch, als man in aller Stille ein Felsloch mit einem Stein verschließt. Auch, als es offensichtlich alles Aus ist! Eigentlich erübrigt sich jedes weitere Wort. Es hatte ja auch im Vorfeld an Worten nicht gefehlt, Jesus selbst hatte ausführlich all dies vorher angekündigt und erklärt. Und jetzt am Karsamstag ist einfach nichts mehr zu sagen. Heute sollen wir schweigen, und aus der Stille des Grabes seine Botschaft hören: Es ist nicht vorbei! (BOG)

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