Bei Gott darf und kann jeder sein

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Bei Gott darf und kann jeder sein, wie er ist, trotz und mit seiner Angst, seiner Sorge und auch seinem Zweifel, denn er nimmt einem bedingungslos an, weil er zu jedem JA gesagt hat. Angst ist nicht immer ein guter Begleiter, und jeder Mensch reagiert auf verschiedene Weise, wenn er von der Angst gepackt wird. Manch einer hält sich die Augen und Ohren zu, und versucht zu ignorieren, was er sich nicht anzuschauen und anzuhören traut. Ein anderer rettet sich in die Tat, stellt sich der Angst und geht ihr auf den Grund. Manch einer schreit und weint, einem anderen verschlägt es die Sprache, nimmt es dem Atem oder lässt ihm erstarren. Der eine ist von der Angst wie gelähmt, ein anderer durch die Angst voll Motivation und übermenschlicher Kraft. Und dann gibt es noch diejenigen, die sich mit, in und trotz ihrer Angst, vertrauensvoll an Gott wenden, sich ihm ganz anvertrauen, bei ihm ihre Zuflucht nehmen, ihre Angst beten, und nicht daran zweifeln, dass Gott hört und erhört, auch wenn sie nicht wissen, ob und wie er reagieren will und wird, und wie seine Hilfe aussehen kann, aber sie trauen Gott zu, zu tun, was jetzt notwendig ist, um die Not zu wenden. Menschen, die so in ihrer Angst handeln, wissen aber auch, dass sie keinen Anspruch gegenüber Gott haben, und es auch keine Sicherung ihm gegenüber gibt, doch sie gehen das herrliche Wagnis ein, sich seinem Willen auszusetzen und sich ihm ganz zu überlassen. Gott liebt die leeren Hände, um sie mit seinen Gaben zu befüllen; er liebt die offenen Herzen, um darin Einzug zu halten und zu wirken; er liebt Menschen, die nicht Recht haben wollen, damit er das Richtige tun kann; er liebt das Einfache und Kleine, um Großartiges zu vollbringen. Der Mensch muss erst wieder lernen, sich an das dauernde Anderssein Gottes zu gewöhnen, und vor allem daran, wie er sich in einer unfassbaren und alle Vorstellungen und Erwartungen übersteigenden Art zeigt und gibt, wie und wann er reagiert, und auf welche Weise er seine Hilfe wirken lässt. Es ist das von ihm und für ihn geschaffene Herz, das sich im Tiefsten immer danach sehnt, und deshalb bittet und erhält, sucht und findet, anklopft und die Tür zu ihm offen findet, um einzutreten und Mut zu fassen, die Angst zu besiegen, Zweifel zu bekämpfen, und Sorgen abzulegen! (BOG)

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