Geht auf Gottes Wegen

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

„Geht auf Gottes Wegen, und bleibt treu dem Bund mit ihm, dann werdet ihr Erfolg haben, bei allem, was ihr tut!“ – Eine mahnende, biblische Hinterlassenschaft, ein gesprochenes Testament, den nächsten Generationen ans Herz gelegt. So lesen sich einige Texte des alten Testaments, die bis heute nichts an ihrer Gültigkeit eingebüßt haben. Es ist Realität gewordene Geschichte, eine Aufforderung und gleichzeitig eine Herausforderung, es ist eine Wirklichkeit, die das heutige Denken übersteigt, es ist eine ultimative Wahrheit, die jeder Überprüfung stand hält, und doch so Abstrakt, weil es so gar nicht mit dem üblichen Handeln konform geht. Und dennoch berichtet uns die biblische Geschichte, dass es nur so funktioniert und nicht anders. Vielleicht ist es nur deshalb so Unwirklich und Abstrakt, weil der heutige Mensch „Erfolg“ ganz anders definiert, weil Erfolg meist gleichgesetzt wird mit Geld, Einfluss, Macht, Ansehen, mit Bestleistungen im Sport, im Beruf, in der Schule. Weil Erfolg heute nur mehr in Zahlen, Daten und Fakten gemessen wird, in Prozenten und Prämien, in Gewinnen und Ausschüttungen, in Umsatzoptimierungen und Aktienkursen. Was ist mit Liebe, Hoffnung, Freude, Vertrauen und Zusammengehörigkeit? Wo bleiben Treue und Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Authentizität, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe auf der Liste der Erfolgsbegriffe? Die Bibel kannte weder Kurse noch Strategien zur Gewinnoptimierung, aber sie kannte die grundlegenden Begriffe gelebten Lebens. Darin wurde der Erfolg oder Misserfolg gemessen, ob jemand selbst gelebt hat, oder eher gelebt wurde; ob er sein Leben als Segen oder als Fluch abgeschlossen hat, ob er aufrecht den geraden Weg gegangen ist, auch wenn es manchmal schwer und oft nicht immer einfach war, oder ob er sich gebeugt und auf „krummen“ Wegen abgebogen ist, um es sich augenscheinlich leichter zu machen. In der biblischen Geschichte ist Erfolg eine Entscheidung, ob man den Weg des Lebens mit oder ohne Gott geht, ob man treu den Bund mit ihm bewahrt, oder davon abfällt, ob man sich an seine Gebote hält, oder sich seine eigenen Gesetze konstruiert. Was ist für uns wirklich „Erfolg“, und wonach messen wir, ob jemand erfolgreich ist oder nicht? Was würden wir der nächsten Generation ins Testament schreiben, als das Wichtigste, was sie bewahren, und worauf sie auch achten sollten? Wir könnten einmal aufschreiben, was wir weitergeben möchten, und heute damit beginnen, es weiterzugeben, egal, wie bald wir sterben werden, denn es ist besser von den Lebenden zu lernen, als von den Toten. (BOG)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s