Unrecht Gut gedeihet nicht!

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Das wussten schon die Alten, und sollte eigentlich einem jeden nicht nur bekannt, sondern selbstverständlich sein. Die unrechtmäßige Aneignung von Dingen, die einem nicht gehören, ist niemals fruchtbar, und die Erfahrung lehrt, dass es auch keinen Bestand hat. Warum also, wenn man es ja eigentlich weiß, ist der Mensch doch auch immer wieder versucht, sich über die grundlegenden Bedingungen, Regeln und allgemein gültigen Normen des Zusammenlebens hinwegzusetzen, und sich ungeniert am Hab und Gut eines anderen zu vergreifen, obwohl er die Unterscheidung von „dein und mein“ doch kennen müsste (sollte!)? Die fadenscheinige Erklärung: es machen doch alle so!, kann man nicht gelten lassen. Denn nur, weil es ja „alle“ machen, heißt es noch lange nicht, dass es auch richtig ist. Egal wie viele es auch tun, aber Unrecht bleibt Unrecht, und wird durch die Masse an Menschen, die das so handhaben, nicht zum Recht. Was ist es also, was dazu verführt, so reizt, und als „normal“ bezeichnen lässt? Vielleicht ist es der Reiz des Verbotenen, die Auflehnung gegen jede Form von Regeln, Normen, Gesetzen und Vorschriften, der Drang, zu probieren ob es geht, und wie weit es geht, bevor man an Grenzen stößt, oder sie bereits überschritten hat. Vielleicht ist es aber auch schlichtweg nur Dummheit, Arroganz, Überheblichkeit und/oder das Spiel mit der Macht. Bedenklich dabei ist aber immer auch, dass Menschen, die selbst nicht mehr zwischen richtigen und falsch unterscheiden können (oder schlimmer noch, wollen!), empören sich über das Tun und Handeln von anderen, wenn es bekannt und öffentlich wird. Dabei wird oft nur das eigene Fehlverhalten schonungslos vor Augen geführt, und dennoch wird ein unerbittlich hartes Urteil gefällt. Solange es einem selbst nicht betrifft, oder man einem draufkommt, lässt es sich ja auch leicht urteilen. Bis dann einmal der vernichtende Satz ausgesprochen wird: „Du selbst bis es, um den es geht!“ Die biblische Geschichte kennt viele von solchen, menschlichen Situationen, und stellt auch meist einen Weisen an die Seite, der einem in Gleichnissen oder Parabeln einen Spiegel vorhält. Späte Reue, eingestehen von Schuld, Buße, Fasten und dergleichen mehr, bewahren aber nicht vor den Folgen einer solchen Tat, und einmal wir sich jeder dafür verantworten und Rechenschaft ablegen müssen. Ob es nun die weltliche Gerichtsbarkeit oder die ausgleichende Gerechtigkeit Gottes ist, ist egal. Gottes Vergebung aber, wenn wir sie annehmen, setzt die Kraft frei, mit den Folgen des eigenen Tuns erlöst umzugehen, ohne sich der Verantwortung zu entziehen. Es wäre sinnvoller vorauszudenken als nur immer „nachzudenken“, dann würden wir auch den Reizen und Versuchungen besser widerstehen können, und die anerzogene und gelernte Unterscheidung von gut und böse, recht und unrecht, richtig oder falsch hätte auch wieder Sinn! (BOG)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s