Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand!

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Das sagt eine alte Volksweisheit, aber es ist dennoch schwer zu glauben. Ein Amt, egal welches, ist immer auch mit einer gewissen „Macht“ verbunden, manche zwar nur mit einer sehr geringen, andere dafür aber mit sehr viel. Wo nun ein schwacher Mensch mit Macht in Berührung kommt, und erkennt, was er damit alles „anstellen“ kann, beginnt Macht zu korrumpieren. Selbst der ehrlichste, edelste und in seiner Gesinnung sehr fest stehende Mensch, ist von der Versuchung, die Macht für sich zu missbrauchen, nicht ausgeschlossen. Und sei es auch nur für einen sehr geringen persönlichen Vorteil. Nun ist es aber so, je höher das Amt, desto höher ist auch die Macht, und desto höher ist ebenfalls die Versuchung. Das heißt nun nicht, dass alle so sind, und das Amtsträger bzw. Amtsinhaber sich ausnahmslos nur von der Macht leiten und entsprechend verführen lassen. Es gibt auch löbliche Ausnahmen, aber die sind eher selten und nur dünn gesät. Es soll auch nicht heißen, dass Menschen in höheren oder höchsten Positionen keinen Verstand haben, den haben sie wohl, auch wenn sie ihn nicht immer für das Amt einsetzen, sondern meistens nur für sich selbst. Wie schnell Macht beeinflusst, verführt und verändert, kann man nicht nur in Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur erleben, sondern in allen gesellschaftlichen Schichten und Bereichen, und leider ist nicht einmal die Kirche davon ausgenommen. Scheinbar versagt der Verstand, sobald er mit „Macht“ in Berührung kommt, und schwindet immer mehr, je länger man ein Amt inne hat. Die Weltgeschichte und auch die biblische Geschichte ist voll mit solch „negativen“ Beispielen, obwohl es auch positive Nennungen gibt. Aber, wie bereits gesagt, eher mehr die seltene Ausnahme, als die Regel. Da wird ein Mann, als kluger und gottesfürchtiger Mensch beschrieben, der letztendlich auch nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen ist. Wie für alle anderen gab es auch für ihn Situationen, in denen er der Versuchung der Machtausübung zu seinem eigenen Vorteil nicht widerstand. Die geschilderten Episoden sprechen für die tiefe Authentizität der Bibel, die nicht einfach die Unzulänglichkeiten ihrer Helden unter den Teppich kehrt. Im Gegenteil: Sie legt die Tiefe menschlicher Abgründe schonungslos offen, auch die ihrer „besten Leute“. Das soll nun kein Trost sein, denn falsch ist es allemal, und es bleibt auch nicht ungestraft. Wir sollten uns, anhand der Geschichte, wirklich gut überlegen, wie wir mit Macht umgehen sollen, oder was wir am Umgang damit ändern können, denn jeder hat irgendwie Macht über jemanden anderen, und wir nehmen Einfluss auf „fremdes“ Leben. Das sollte unseren Verstand einschalten und uns zu denken geben! (BOG)

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