Denn du, Herr, hast es versprochen!

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Bischof Oliver Gehringer

Wenn jemand einem etwas verspricht, und man auch davon ausgehen kann, dass Wort gehalten wird, ist es wohl das Normalste der Welt, dass man sich dafür bedankt! Gerade im zwischenmenschlichem Bereich ist das nicht nur eine Höflichkeitsfloskel, sondern man zollt einem Respekt und Anerkennung. Vor allem, weil es nicht bzw. nicht mehr selbstverständlich ist, dass Versprechen eingehalten werden. Zu schnell und zu leichtfertig wird heute etwas versprochen, aber mit dem Einhalten, da hapert es schon ganz gewaltig. Versprich nichts, was du nicht halten kannst oder willst! Das wäre nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch Respektlos gegenüber dem, dem man ein Versprechen gegeben hat. Manche versprechen einem alles, bis sie haben, was sie wollten, danach trifft sie scheinbar, wie aus heiterem Himmel, ganz plötzlich und total unerwartet, Gedächtnisverlust und Amnesie, und sie können sich an nichts mehr erinnern. Und es macht gar keinen Unterschied, ob es bedeutungslose oder bedeutungsvolle Dinge sind, solange es dem Zweck dient, wird versprochen, was das Zeug hält. Enttäuschungen sind vorprogrammiert, und man wird sehr vorsichtig, hellhörig und skeptisch, wenn einem jemand etwas verspricht, die Glaubwürdigkeit wird angezweifelt, und ebenso die ehrliche Absicht dahinter. In früheren Zeiten hätte man das als Simonie, als „Ämterkauf“ bezeichnet und das mit recht. Leider verbockt sich der Mensch, durch sein unfaires und unehrliches Verhalten, immer wieder Chancen und Möglichkeiten, und ist sich dessen oft gar nicht mal bewusst. Wie gut ist es, sich da doch ganz und gar auf Gott verlassen zu können, der hält was er verspricht, zusagt und verheißt, und das alles ohne wirkliche Gegenleistung. Man kann ihm eigentlich nur lobend dafür danken, dass er seine unbedingte Liebe und Güte ausgießt, erfüllt was er versprochen und zugesagt hat, die Sehnsucht stillt, und seinen Segen als Garant für seine Versprechen zuteil werden lässt. Dass es immer noch eine gewisse Unsicherheit bei uns gibt, ist ihm bewusst, und wenn wir beten: Tu, was du gesagt hast!, dann stehen wir auch dahinter. Und er tut, was er zugesagt hat, dahinter steht er, und will uns unsere Zweifel nehmen. Wir sollten uns einmal überlegen, wem wir was, wann, wo und wie versprochen, und was wir davon auch eingehalten haben. Und wenn noch etwas offen ist, sollten wir es ehest nachholen, denn unser Gebet ist auch gleichzeitig eine Ermahnung an uns selbst: Tu, was du gesagt und versprochen hast! (BOG)

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