In der Liebe zu Gott bleiben

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

In der Liebe zu Gott bleiben, selbst wenn es mehr als schwierig wird? Eine gewaltige und hochaktuelle Aufforderung, eine Herausforderung an jeden gläubigen Menschen. Es ist eigentlich sehr erschreckend, wie schnell der Mensch bereit ist, das alles, woran er glaubt, wovon er überzeugt und begeistert ist, aufzugeben, wenn es die ersten Anzeichen von unerwarteten Schwierigkeiten gibt, die unweigerlich auf einem zukommen. Es ist überaus faszinierend und verwirrend zugleich, wie einfach und leichtfertig Ideologien, Gedanken und Gesinnungen angenommen, und bei der erst besten Gelegenheit gleich auch wieder aufgegeben werden. Offensichtlich sind Loyalität, Standhaftigkeit und Treue nicht mehr Kennzeichen des Menschen, oder was sonst geht in einem vor, so sprunghaft zu sein? Es ist eigentlich egal wobei, ob nun in einer Beziehung, die beim ersten Streit auseinander geht; oder am Arbeitsplatz, wo auf Unstimmigkeiten sofort mit einer Selbstkündigung reagiert wird; oder in der Politik, wo so oft zwischen Aussagen hin und her gesprungen wird, und Meinungen geändert werden, dass man gar nicht mehr mitkommt und kaum mehr weiß, welchem Lager einer nun zuzuordnen ist; aber nicht minder in der kirchlichen Gemeinde, wo bereits keine Probleme oder unwesentliche Meinungsverschiedenheiten zum Verlassen führen. Es ist verständlich, dass es sich jeder so leicht wie nur möglich machen möchte, und Auseinandersetzungen am liebsten ausweicht, aber man kann nicht immer davonlaufen, sich taub stellen und die Augen verschließen. Man muss auch einmal stehen bleiben, sich Fragen zu seiner Meinung stellen, und mit Argumenten belegen, auch wenn man sich Gegenargumenten ausgesetzt sieht. Wer immer nur aufgibt, davon läuft und versucht allem aus dem Weg zu gehen, der ist ständig auf der Flucht, letztendlich auch vor sich selbst. Gerade der Glaube braucht eine Standhaftigkeit, in einer Zeit, in der es massive Anfechtungen und Anfeindungen von außen und von innen gibt. Das ist keine Theorie, sondern Glaubenserfülltheit und Treue zum Evangelium. Aus diesem Glauben an die absolute Treue und unbeugsame Liebe Gottes heraus, vermag der Mensch in Leiden und Not die Kraft zum Aushalten zu schöpfen. So ein tiefer und ehrlicher Glaube verlangt viel, verdient aber auch Respekt und auch Bewunderung. En Mensch, der die Stärkung aus dem Glauben heraus selbst erfahren hat, darf aber auch von anderen erwarten, auch so eine Haltung zu leben, die sich als gläubig bezeichnen. Aber vielleicht ist das in unserer kurzlebigen Zeit wirklich zu viel verlangt, dass der Mensch zumindest im Glauben treu, loyal und standhaft ist und bleibt, so wie Gott es ja eigentlich auch ist! (BOG)

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