Gott, der immer ganz andere

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, der immer ganz andere, der sich nicht von uns in Schreinen, Tempeln oder Kirchen einsperren und auch nicht in Begrifflichkeiten festnageln lässt, weil er ein lebendiges Geheimnis ist, das sich uns zu erkennen gibt, sich fühlen, spüren und erfahren lässt, aber niemals so, dass wir endgültige Gewissheit haben, segne uns, und erhalte in uns die lebende und gelebte Verbindung, in der Sehnsucht nach seiner Nähe und Gegenwart.

Er mache uns bewusst, dass unser Bild von ihm seiner niemals gerecht werden wird, solange wir versuchen, danach trachten und unser Sinnen danach auszurichten, ihn in materiellen Dingen und Gegenständen festzumachen, und „nur“ in Gebäuden, von Menschenhand geschaffen, zu suchen.

Er lasse uns erkennen, dass er ein lebendiger Gott der Lebenden ist, immer und überall gegenwärtig, nicht fassbar, begreifbar und vorstellbar, aber dafür erlebbar, spürbar und erfahrbar, wenn wir einander so lieben und aneinander so handeln, wie wir von ihm geliebt werden und er an uns handelt.

Er lasse uns begreifen, dass uns keine irdische Gewalt, wie groß und mächtig sie auch glaubt zu sein, von ihm trennen kann, wenn unser Glaube ehrlich, aufrichtig und authentisch ist, wir unser Leben danach ausrichten und uns in allen Belangen und Bereichen nach seinem Willen orientieren.

Er mache uns bereit, unsere fantasievollen Vorstellungen und Bilder von ihm aufzugeben, die ihm nie entsprechen werden, und stattdessen danach zu trachten, nach seinem Willen zu leben, indem wir lieben, glauben und hoffen, und ablegen, was uns davon trennt.

Er segne uns, öffne unsere Augen und Herzen, damit wir den Segen erkennen, mit dem er unser Leben umgibt, in jedem Licht, dass es hell macht und wärmt, in jedem Tropfen Wasser, das unsern Durst stillt und allem Wachstum schenkt, mit jedem festen Grund, auf dem wir aufgerichtet stehen dürfen, mit jedem möglichen Weg, den wir zueinanderfinden können.

Er segne uns, gebe uns neue Kraft, wenn wir erschöpft sind, muntere uns auf, wenn wir träge und müde sind, sei uns mit seiner Barmherzigkeit nahe, in allem, was wir versucht haben, in dem, was zu gelingen scheint, und in dem, was bisher vergeblich war.

Er segne uns, halte unseren Glauben lebendig, mache unsere Hoffnung ehrlich, und unsere Liebe authentisch, damit wir selbst zum Segen werden, zu Zeugen seiner liebevollen und zärtlichen Allgegenwart.

Allen Freunden, einen gesegneten Donnerstag, der ersten Woche im Jahreskreis!

+Bischof Oliver Gehringer

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