Gott hört und er erhört

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Gott hört und er erhört – meistens ganz anders als erwartet, anders als gedacht, und auch anders als erhofft. Auch nicht gerade dann, wenn der Mensch es will, sondern dann, wenn es nach seinem Ermessen, gut und richtig ist. Das ist nicht immer so leicht zu verstehen, und auch nur selten zu begreifen, aber es hat seinen Grund und es hat auch seinen Sinn. Menschen führen sich manchmal auf, wie kleine Kinder: heute dies, morgen das, jetzt so und im nächsten Augenblick dann doch wieder anders. Es scheint fast schon so, als ob der Mensch eigentlich gar nicht so genau weiß, was er wirklich will. Zu sprunghaft sind die Wünsche und Begierden, zu schnell ist im Moment etwas außerordentlich wichtig, zu leicht wäre man bereit, alles für etwas Bestimmtes zu geben, zu einfach macht man es sich, weil man sich in eine Sache verrannt hat, ohne groß darüber nachzudenken, ob und welche Konsequenzen und Auswirkungen es mit sich bringt. Es geht in vielen Dingen auch nicht darum, etwas zu brauchen oder notwendig zu haben, sondern oft nur um das Wollen. Wie oft musste sich der Mensch schon eingestehen, dass das, was er noch gestern wollte, und ohne dem es sich nicht mehr zu leben lohnte, heute gar nicht mehr so wichtig ist, und man eigentlich froh darüber ist, es nicht bekommen zu haben. Deshalb hört Gott ganz genau zu, bevor er reagiert und handelt, aber nicht nur auf die gesprochenen Worte, sondern auf das Herz. Er weiß und sieht, was jetzt wichtig und richtig ist, notwendig ist und gebraucht wird. Unabhängig von den menschlichen Wünschen. Er kennt das Sehnen und den Bedarf, und er prüft, ob es auch wirklich und ehrlich eine Herzensangelegenheit ist, oder nur eine spontane Idee ohne Basis und Inhalt. Auch wenn der Sinn seines Handelns und Wirkens oft nicht gleich zu erkennen ist, so hat er doch eine wesentliche Bedeutung, die sich erst nach einer Zeit für den Menschen erschließt. Im ehrlichen Herzensgebet erhält man dazu neue Kraft und auch Zuversicht, es verändert einem selbst dann, wenn die Situation sich noch gar nicht zum Besseren gewendet hat. Erst später, wenn man sieht wie „gut“ Gott zugehört und wie treffend er erhört hat, wird man das Geschenk seiner Liebe dankbar annehmen können. Gott hört und erhört, aber er hört auch genau hin und sehr genau zu, das sollte uns allen bewusst sein, bevor wir um etwas bitten! (BOG)

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