Auf, werde Licht!

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Poetischer könnte die menschliche Sehnsucht nach Frieden, Liebe, Gerechtigkeit und Erfüllung nicht ausgedrückt werden! Wenn die Dunkelheit am tiefsten ist, wachsen dem Wunsch nach Licht Flügel; auch der längsten Nacht folgt der Tag und ein neuer Morgen bricht an, das Helle nimmt langsam, aber stetig zu und drängt die Macht der Finsternis zurück. Auch wenn der Alptraum, aus dem man mühsam erwacht ist, und die Schrecken der Vergangenheit noch auf einem lasten, aber das unauflösliche Licht des Herrn ist am Horizont schon aufgegangen und strahlt weithin sichtbar als heller Stern. Für manche mag es poetische Fantasie sein, Unfug oder fromme Blauäugigkeit, für andere aber, Menschen die auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes vertrauen, ist es lebensspendende Hoffnung, gläubige Zuversicht, erwartete Veränderung und Rettung durch Erlösung. Der Stern ist da, und lässt sich nicht verleugnen, er ist aufgegangen und leuchtet, auch wenn ihn noch nicht alle sehen können oder wollen, er strahlt denen ins Gesicht, die sich ihm zuwenden, und läst jenen die sich abwenden, die Helligkeit dennoch erahnen. Wer glaubt, dem weist der Stern den Weg, hilft beim Aufbruch, lässt das Loslassen leichter werden, führt in eine Zukunft, deren Ausmaß noch nicht einmal im Ansatz gedacht werden kann, und lässt einem selbst zum Licht werden. Wer nicht glaubt, glauben kann oder glauben will, der sieht den Stern zwar auch, aber die Ketten und Fesseln der eigenen Vergangenheit lassen eine Entwicklung hin zum Licht noch nicht zu, die alten, tief verwurzelten Ansichten hindern am vorwärtskommen, und hemmen das Annehmen des Neuen. Den Unterschied in der Weiterentwicklung des Einzelnen muss man akzeptieren, aber indem man sich dem Licht zuwendet und auch selbst die Helligkeit aus sich herausstrahlen lässt, kann man doch auch schon eine Veränderung beim anderen durch vorleben bewirken. Es ist die Aufgabe von uns Christen, sich dieser Herausforderung zu stellen, und soll uns anspornen, das geschwisterliche Zusammenleben in der Verschiedenheit zu üben, indem wir der Spur Christi folgen. Also: Auf, werden wir zum Licht! (BOG)

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