Wie stehen Glaube und Werke zueinander

Gepostet am

Bischof Oliver Gehringer

Wie stehen Glaube und Werke zueinander, oder was wiegt unter Umständen mehr? Kann man überhaupt eine Differenzierung machen, sie von einander trennen, oder ist erst die Verbindung von beidem das Ideal lebendig gelebter Liebe? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach und in ihrer Einfachheit auch sehr einleuchtend: Glaube und Werke stehen nicht gegeneinander, vielmehr nimmt ersterer in Taten konkrete Gestalt an, so wie die Liebe Gottes in Jesus sichtbar und annähernd fassbar wurde. Glauben ohne Werke ist ebenso sinnlos, wie Liebe ohne Gefühl. Es geht nicht nur um ein Bekenntnis, das wäre dann doch zu einfach, sondern auch um die Umsetzung im täglichen Leben, darum, dem Glauben die Lebendigkeit (zurück) zu geben, die er eigentlich von seinem Ursprung her haben sollte. Wer wirklich glaubt, und das nicht nur auf eine Eintragung in einem Register zurückführt, der kann auch gar nicht anders als in seinem Denken und Reden, und für sein Tun und Handeln den Glauben als Grundlage zu verwenden. Das ist keine bloße Theorie oder nur ein frommer Wunsch, sondern ist sehr konkret, auch schon im Kleinen umsetzbar. In der Begegnung mit anderen, im Umgang mit dem Nächsten, kann man seinem Glauben schon eine Form geben, die sich in Werken der Liebe widerspiegelt. Ein nichtgeschwisterliches Verhalten, eine unmenschliche Tat, ein bewusstes Übergehen von Missständen, oder ein aktives Wegsehen bei Ungerechtigkeiten, steht dem Glauben zuwider und zeugt nicht von seiner Existenz. Davon ist niemand ausgenommen, weder die oder der Einzelne, noch eine Gesellschaft, eine Organisation oder Institution, und schon gar nicht eine Kultur, die sich den Glauben als Grundlage für ihre Identität auf ihre Fahnen geschrieben hat. Glaube will gelebt, und durch Taten und Werke der Liebe sichtbar gemacht werden. Natürlich ist das eine Herausforderung, der man sich täglich zu stellen hat, denn gelebter, lebendiger Glaube ist nun mal nicht „einfach“, aber je mehr man sich bemüht und versucht, dem Glauben auch Gestalt zu geben, desto leichter wird es einem fallen. Der Glaube leitet die Werke, die Werke sprechen für den Glauben – zusammen legen sie Zeugnis ab! (BOG)

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