Bevor der Tag des Herrn kommt

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Bischof Oliver Gehringer

„Bevor der Tag des Herrn kommt, sollen die Herzen der Alten sich den Jungen zuwenden, und die Herzen der Jungen den Alten!“ – Der große Tag des Herrn steht bevor, das große Fest der Feste ist nahe, das Licht erstrahlt in der Finsternis und macht die Dunkelheit hell. Weihnachten ist weit mehr, als ein zur sentimentalen Folklore entartetes Fest, mit Glitzer und Glimmer, Kunst und Kitsch, Fressgelagen und Geschenkeorgien, überfüllten Bäumen und sich biegenden Gabentischen, (vor)gespielter Freundlichkeit und erzwungene Treffen der Familien. Weihnachten ist weit mehr, als nur liebenswürdige, trostvolle Aspekte einer Tradition, mit Stress und Hektik im Vorfeld, die dann in wenigen Stunden „abgehandelt“ ist. Weihnachten ist weit mehr, und kann weit mehr, als bisher damit verbunden wurde und noch immer wird. In der biblischen Geschichte hat das Erscheinen Gottes auch etwas Richtendes, im Sinne von wiederherstellen und reparieren, und die Geister Scheidendes, im Sinne von Trennung zwischen Kitsch und Kult, an sich. Das soll nun nicht zur Panik anleiten, zur Angst oder Furcht, denn es bleibt das „Fest der Freude“, aber man soll sich dennoch mehr Gedanken darüber machen, als man bisher daran verschwendet hat. Der wahre Sinn des Weihnachtsfestes darf in der ganzen, verunstalteten Feier nicht verloren werden und im Festrausch nicht untergehen. Gott wurde Mensch, damit dem Menschen das Menschwerden gelingt. Gott kommt in diese Welt, damit die Welt sich verändert, weg vom Bösen, hin zum Guten entwickelt. Gott nimmt fassbare und begreifbare Gestalt an, damit der Mensch in seiner „Verformung“ wieder zur Menschengestalt zurück findet. Die armselige Krippe im einfachen Stall, sollte eigentlich der Mittelpunkt des Festes sein, nicht der Neonlicht beleuchtete Baum, mit all dem Glitzer und Glamour. Die Versöhnung der Generationen, das gegenseitige Zuwenden und einander Hinwenden, das Zeit füreinander nehmen und miteinander verbringen wollen, ist wesentlicherer Bestandteil des Festes, als all die Schenkerei und das gespielte Getue. Der Mensch soll „geläutert“ werden, und mit lauterem Herzen das Hochfest der Ankunft des Herrn begehen. Der Stern der Heiligen Nacht hat seine Position über den Stall in Bethlehem schon erreicht, sein Licht erstrahlt über der ganzen Erde, es wird Zeit still zu werden und dem Chor der Engel zu lauschen, die die frohe und froh machende Botschaft verkünden: Heute ist euch der Retter geboren – Ehre sei Gott in der Höhe, und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade! (BOG)

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