Gott ist auf der Seite der Kleinen und Schwachen

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Bischof Oliver Gehringer

Gott ist auf der Seite der Kleinen und Schwachen, aus ihnen lässt er sein Heil erwachsen! Das ist nicht nur eine Prophezeiung aus der ältesten biblischen Geschichte, und ist auch nicht nur als hoffnungsvolles Trostwort für jene gedacht, die in der „Hackordnung“ der Welt eher an unterster Stelle stehen, sondern hat sich in der Menschwerdung Gottes, in Jesus aus Nazareth, erfüllt. Nicht von den „Großen“ und „Mächtigen“, den „Hochgeborenen“ und „Großspurigen“ geht die tatsächliche und revolutionäre Veränderung alles Bestehenden aus, oder wird die Welt neu geordnet, bzw. die Weltordnung wieder hergestellt, auch wenn es oft den Anschein hat, sondern von dort, wo man es am Wenigsten vermutet, von den Einfachen und Unscheinbaren, von den „Übersehenen“ und „Vergessenen“, und von all jenen, denen man es gar nicht zugetraut hat. Bestätigung dieser Überzeugung findet man auch und gerade in der Geburt Jesu. Das Heil der Welt wird nicht von denen herbeigeführt die in der Hierarchie der Welt-Gesellschaft ganz oben stehen, sondern muss und wird vom Milieu der „Kleinen“ her aufbrechen, die, unverdorben von Macht, Größe und Einfluss, wie Kinder dem Ursprung in ferner Vorzeit noch nahe sind. Die „Macht“, die ihnen Sicherheit gewähren wird, ist keine militärische oder wirtschaftliche, keine von Menschen gemachte oder geschaffene, sondern der personifizierte Friede, die fleischgewordene Liebe Gottes, sein Wort in Menschengestalt. Offensichtlich gehört es zu dessen Eigenart, dass er sich nur sehr langsam durchsetzt, aber es setzt sich durch und hat Bestand. Jesus selbst hat, nach dem Willen des Vaters, unser aller Menschenschicksal in dramatischer und am Ende auch schrecklicher Form geteilt. Aber nur so konnte das Heil in die Welt kommen und sie nachhaltig verändern, die Weltgeschichte ist neu geschrieben worden, ein neues Zeitalter ist angebrochen, eine neue Zeitrechnung hat begonnen. So wurde und ist er leibhaftig der „Immanuel“, der „Gott mit uns“. In allem, was wir an Gutem und Schwerem erleiden, ist er bei uns und sind wir bei ihm, das ist unsere Hoffnung und unser Glaube. Wenn wir uns in wenigen Tagen erneut im Stall von Bethlehem um die Krippe versammeln, um uns vom Glanz des neugeborenen Kindes erleuchten zu lassen, dann wird uns auch wieder sehr deutlich bewusst werden, wie und woher das Heil gekommen ist. Der Herr ist nahe, sein Stern ist aufgegangen, sein Licht erhellt das Dunkel der Welt. Kommt, wir beten ihn an! (BOG)

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