Gott, der uns nicht zwingt an ihn zu glauben

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, der uns nicht zwingt an ihn zu glauben, weil er an uns glaubt, weil er treu ist in seiner Liebe und seiner Verheißung, weil er das Leben ist und das Leben in Fülle für uns will; der uns nicht unter Druck setzt oder mit Forderungen überlastet, sondern uns die freie Wahl und Entscheidung lässt, unser Leben auf ihn hin auszurichten, und einen freien, lebenden und lebendigen Glauben zu leben, segne uns, und lasse uns eine ehrliche, authentische und nachvollziehbare Glaubensentscheidung treffen.

Er mache uns bewusst, dass unser Glaube nur dann einen tieferen Sinn und einen höheren Wert erfährt, wenn wir uns damit auseinandersetzen, ihn zum Teil unserer Identität machen, ihn wirklich leben und in der Freiheit der Kinder Gottes als Bestandteil unseres Lebens verstehen, der sich in unserem Reden, Denken und Handeln auswirkt.

Er lasse uns erkennen, dass ein unbedingtes und bedingungsloses Einhalten von Vorschriften, ein zwanghaftes Nacheifern von Idealen, ein stures befolgen von Gesetzen und Regeln, ohne den tieferen Sinn dahinter zu erfragen, kein Zeugnis eines freien, lebenden und lebendigen Glaubens ist, sondern eher das Abbild einer gedanken- und leidenschaftslosen Kultur ohne Lebens-, und Glaubenswert.

Er lasse uns begreifen, dass seine endlose Liebe zu uns, niemals an eine Bedingung geknüpft ist, sein Segen niemals eine Belohnung für eine Leistung, oder eine Strafe für eine Verfehlung gewesen ist, seine Huld und Güte niemals an Gebote und Vorschriften gebunden ist, und seine Barmherzigkeit nicht nur einer bestimmten Gruppe vorbehalten war und ist, sondern allen zuteil wird, weil er der Gott aller ist.

Er mache uns bereit, unseren Glauben neu zu entdecken, den Wert für unser Leben darin zu erkennen, den Sinn für unser Reden und Denken, für unser Tun und Handeln daraus abzuleiten, die Armut des Geistes zu finden, die alle Selbstverliebtheit und Selbstgerechtigkeit überwindet und ganz vertraut, weil er der Grund unserer Freude, und die Fülle unseres Lebens ist.

Er segne uns, sei über uns, um uns zu behüten; sei neben uns, um uns zu geleiten; sei hinter uns, um uns zum Guten anzutreiben; sei unter uns, um uns aufzufangen, und sei in uns, um das Leben und die Liebe zu spüren, die er uns verheißen hat.

Er segne uns, sei mit uns in jedem Augenblick unseres Lebens; sei die Kraft unserer Gedanken, der Geist in unseren Worten, die Liebe in unserem Handeln, und die Freude unseres Glaubens.

Er segne uns, mache uns stark in der Hoffnung, ehrlich in der Liebe, treu im Glauben und zuversichtlich im Vertrauen, damit wir selbst zum Segen werden.

Allen Freunden, einen gesegneten Wochenbeginn, am Montag der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis, (der letzten Woche im Kirchenjahr) am Gedenktag des Heiligen Kolumban, und des Heiligen Klemens I.!

+Bischof Oliver Gehringer

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