Gott, für den der Mensch in seiner Ganzheit zählt

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, für den der Mensch in seiner Ganzheit zählt, wie und wofür das Herz schlägt, woran es hängt, und wie es sich öffnet um die Liebe fließen zu lassen, und für den menschliche Titel und Anreden keine Relevanz haben, segne uns, lasse uns wieder zum Wesentlichen und Wichtigen zurückfinden, und schenke uns die Erkenntnis seiner unendlichen Liebe.

Er mache uns bewusst, wie oberflächlich wir uns manchmal verhalten, wenn wir Menschen nur nach ihren Titeln, Rängen und Anreden wahrnehmen, oder wie übertrieben ehrfürchtig wir manchmal sind, wenn wir auf „hochrangige“ Mitglieder der Gesellschaft stoßen, als würde etwas von ihrem Rang auf uns abfärben, und wie minder wir oft Menschen sehen, wenn ihnen eine gesellschaftliche Position offensichtlich fehlt.

Er lasse uns erkennen, dass wir sehr oft blind sind, „sehend blind“, weil wir meistens nur nach dem Äußeren bewerten, beurteilen oder einstufen, aber den Mensch dahinter ganz vergessen, und uns auch nicht die Mühe machen wollen, auf seine Lebensgeschichte einzugehen, um den Menschen hinter der Fassade kennenzulernen, sein Herz und seine wunderschöne, unsterbliche Seele.

Er lasse uns begreifen, dass für ihn jede und jeder gleicht wertvoll, wichtig, richtig und gewollt ist, angenommen und geliebt, und wir untereinander Geschwister sind, egal welchen Rang oder Titel wir haben, welche Stellung wir einnehmen, oder welche Position wir im Leben und in der Gesellschaft bekleiden, denn nur der Mensch ist es, der zählt, und wie er sich anderen gegenüber verhält, und nicht wie man ihn nennt, betitelt oder anredet.

Er mache uns bereit, sehend werden zu wollen, um das Leid der Schwachen nicht zu übersehen und Mitgefühl zu entwickeln, unsere Hymnen und Lieder nicht verstummen zu lassen, in denen Zuversicht und Trost durch alle Tränen hindurch einen hellen Klang finden, und lasse uns einstimmen in die Lieder der Hoffnung, weil wir auch in Trauer und Not zutiefst an sein Heilsversprechen glauben, und Heilung dringend notwendig haben.

Er segne uns, lasse uns teilhaben an der Freude seiner Kinder, zeige uns, wo wir ihn in den Schwestern und Brüdern begegnen und dienen können, damit sein Segen Frucht bringe für viele.

Er segne uns, mache uns sehend und hörend, mitfühlend und empfindend für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen, unserer Geschwister, und gebe uns ein weises Herz und einen hellen Geist, damit wir nicht an der Oberfläche hängen bleiben, sondern bis in die Tiefe der Seele vordringen, und den Menschen erkennen, den er sich gedacht und vorgestellt hat.

Er segne uns mit Treue und Gerechtigkeit, mache uns liebevoll und wahrhaftig, lasse uns um seine Schöpfung und alle seine Geschöpfe sorgen, und uns den Frieden des Herzens finden.

Er segne uns, stärke unseren Glauben, kräftige unsere Hoffnung, und mache unser Herz bereit in Liebe zu entflammen, damit wir selbst zum Segen werden, und sein Werk in dieser Welt fortsetzen.

Allen Freunden, einen gesegneten dreißigsten Sonntag im Jahreskreis (22. Sonntag nach Pfingsten, 21. Sonntag nach Trinitatis), am Weltmissionssonntag!

+Bischof Oliver Gehringer

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