Gott, der uns seine Liebesbeziehung

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Bischof Oliver Gehringer

Gott, der uns seine Liebesbeziehung zu uns in höchster Form erleben lässt, und uns einlädt, eine Lebensbeziehung mit ihm einzugehen, die alle irdischen Vorstellungen davon bei weitem übersteigt, aber nicht ersetzen soll, weil er uns dafür geschaffen und bestimmt hat, in Beziehung miteinander und in Gemeinschaft untereinander zu leben, segne uns, und lasse uns lernen, wie Partnerschaft und Beziehung dauerhaft möglich ist.

Er mache uns bewusst, dass er uns nicht als „Einzelwesen“ in diese Welt gestellt hat, damit wir alleine unser Leben meistern, wachsen und reifen, sondern uns als „Gemeinschaftswesen“ gedacht hat, die sich gegenseitig ergänzen, sich fordern und dadurch fördern, einander helfen aufzublühen, um gemeinsam zu voller geistiger und körperlicher Reife zu gelangen.

Er lasse uns erkennen, dass er uns Menschen zur Seite stellt, die zu uns passen, denen wir auf Augenhöhe begegnen können, die aus dem „gleichen Holz geschnitzt“ sind, wo es nicht um Hierarchie, Unterordnung oder Unterwerfung geht, sondern um gleichwertige, gleichberechtigte Partnerschaft, um Beziehung zueinander, enge Verbundenheit, Nähe und Geborgenheit.

Er lasse uns begreifen, dass damit umzugehen auch ein Lernprozess ist, der begonnen werden will, aber auch die Möglichkeit besteht dabei zu scheitern, weil wir uns entweder zu schnell eingelassen, oder uns zu schnell aufgegeben haben, weil wir entweder etwas anders oder übersehen haben, weil wir nicht in die gleiche Richtung geblickt haben, sondern nur Augen füreinander hatten, was zwar für eine Beziehung wichtig, aber für eine gemeinsame Entwicklung zu wenig ist, weil die Liebe abhanden gekommen ist, oder ungleich vorhanden war, oder weil wir etwas erzwingen wollten, was nicht füreinander bestimmt gewesen ist.

Er mache uns bereit, uns auf Beziehung einzulassen, ob nun als Partnerschaft im engeren oder Gemeinschaft im weiteren Sinn, nicht aus Berechnung oder als Zweckgemeinschaft, sondern als Lebens-, und Liebesbeziehung, die seine Liebe zu uns widerspiegelt.

Er segne uns, lasse die Sonne seiner Liebe über uns leuchten, schenke uns in Wort und Sakrament seine Zuwendung, und schütze alles, was er geschaffen hat.

Er segne uns und unsere Beziehungen, unsere Partnerschaften und Gemeinschaften und lasse uns respektvoll und mit Achtung voreinander, miteinander umgehen.

Er segne uns und unsere Familien, die Menschen, mit denen wir zusammenleben, und alle, denen wir in Liebe begegnen.

Er segne uns, mache unseren Glauben fest, unsere Hoffnung stark, unsere Liebe ehrlich, unsere Treue unverbrüchlich und unser Vertrauen groß, damit wir einander selbst zum Segen werden, zum Abbild seiner Liebe, zum Spiegelbild seiner Beziehung zu uns.

Allen Freunden, einen gesegneten siebenundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis (19. Sonntag nach Pfingsten, 18. Sonntag nach Trinitatis) am Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi!

+Bischof Oliver Gehringer

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